Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Schuhmacher, Heinz
wurde am 18. April 1909 in Königsberg in Ostpreußen geboren. Der Geschäftsführer wohnte in Oberschreiberkau in Schlesien, Friedrichsweg 32.
Seit 1938 in Haft, wurde er am 30. März 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Bei seiner Entlassung am 12. September 1941 nahm ihn die Polizei Hameln für die Gestapo Breslau in „Schutzhaft“ und brachte ihn in das Gerichtsgefängnis, um ihn nach fünf Tagen „auf Transport" nach Breslau zu setzen. Schuhmacher dürfte nicht mehr frei gekommen sein. Er wurde am 13. März 1943 im KZ Auschwitz ums Leben gebracht.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Schulte, Wilhelm
wurde am 19. Oktober 1909 in Haltern im Kreis Münster/Westfalen geboren. Der Arbeiter wohnte zuletzt in Munsterlager in einer „Arbeitsunterkunft“.
Schon seit 1939 in Haft, wurde Schulte am 8. August 1944 mit einem Sammeltransport von 100 Gefangenen aus dem Celler in das Hamelner Zuchthaus verlegt.
Wie die Mehrzahl der Transportteilnehmer kam er unverzüglich in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz; diesen überlebten mindestens 36 Mann der Erstbelegung nicht lange. Die erlittenen Strapazen ließen Schulte erkranken und dürften ihn nachhaltig geschwächt haben.
Wilhelm Schulte starb am 28. Dezember 1944 im Zuchthaus-Außenlager Holzen und wurde zunächst auf dem Gemeindefriedhof in Holzen bestattet, im Oktober 1946 jedoch auf den dortigen "Ehrenfriedhof" umgebettet (4. R. Nr. 11).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Außenlager Holzen
Schulz, Johann Karl
wurde am 28. August 1904 in Prömben-Canzlerhof im Kreis Hamburg geboren. Der Kaufmann wohnte in Hamburg, Behnstr. 6.
Seit 1943 in Haft und am 20. April 1944 zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, wurde Schulz am 8. August 1944 mit einem Sammeltransport von 100 Gefangenen aus dem Celler in das Hamelner Zuchthaus verlegt.
Wie die Mehrzahl der Transportteilnehmer kam er unverzüglich in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz; diesen überlebten mindestens 36 Mann der Erstbelegung nicht lange. Die erlittenen Strapazen ließen Johann Schulz erkranken, so dass er bald als „nicht außenarbeitsfähig“ nach Hameln zurückverlegt wurde.
Johann Schulz starb am 22. März 1945 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg in einem doppelt belegten Grab bestattet (Feld C I/118).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Schulz, Josephe
Franzose, wurde am 11. Juli 1918 in Metz in Lothringen geboren. Der Lokomotivführer wohnte in Bonnieres im Departement Seine et Oise.
Als Widerstandskämpfer wurde Schulz am 18. April 1944 von einem Kriegsgericht verurteilt.
Wie viele ausländische „Politische“ kam Schulz im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus dem Zuchthaus Rheinbach bei Bonn am 16. September 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Schulz wurde in das Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz gebracht. Die erlittenen Strapazen dürften Schulz nachhaltig geschwächt haben.
Schulz musste am Todesmarsch der Lagerinsassen von Holzen zum Zuchthaus Bützow-Dreibergen teilnehmen. Er wagte die Flucht, die ihn offenbar das Leben kostete.
Josephe Schulz soll mit 14 Kameraden, darunter dem Franzosen Raymond Letrez und dem Belgier Robert Rectem, aus dem Zug gesprungen sein, als dieser in der Nacht vom 6. auf den 7. April 1945 vermutlich zwischen Goslar und Magdeburg wegen alliierter Fliegergefahr langsam fuhr. Die drei genannten und sieben weitere Männer sollen umgekommen und in einem (nicht lokalisierten) Massengrab bestattet worden sein, das von der Bevölkerung noch längere Zeit gepflegt worden sein soll.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Von Holzen nach Bützow-Dreibergen
Schulz, Willi
wurde am 21. Mai 1899 in Volzendorf im Kreis Dannenberg geboren. Der Landwirt wohnte in Volzendorf Nr. 3.
Seit 1943 in Haft, wurde Schulz am 19. Januar 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Willi Schulz starb am 13. Juni 1944 im Zuchthaus und dürfte auf dem Friedhof Wehl bestattet worden sein.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln


