Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

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Bock, Willi

wurde am 18. November 1909 in Hannover geboren. Der Bäcker wohnte in Hannover, Schlägerstr. 27.
Seit 1934 in Haft, wurde Bock am 9. Januar 1936 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert, um hier bis zum 9. Oktober 1937 den Rest seiner Strafe zu verbüßen.
Anschließend nahm ihn die Polizei Hameln für die Gestapo Hannover in „Vorbeugehaft“ und „überstellte“ ihn an das Gestapogefängnis Hannover. Ob Bock von dort direkt in ein KZ kam, ist nicht bekannt; überliefert ist lediglich, dass er Häftling im KZ Sachsenhausen war und am 18. April 1944 starb.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Böckeler, Franz Wilhelm Konrad

wurde am 7. August 1872 in Hannover geboren. Der Rentner wohnte in Hildesheim, Peinerstr. 32.
Seit Anfang 1937 in Haft, wurde Böckeler am 24. Februar 1938 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Franz Böckeler starb am 26. Januar 1940 im Zuchthaus-Lazarett.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln

Bockelmann, Georg

wurde am 6. April 1902 in Eschede im Kreis Celle geboren. Der Postschaffner wohnte in Uelzen, Meyerstr. 28.
Im September 1940 nach „Kriegssonderstrafrecht“ zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt und anschließend für eine Woche in das Zuchthaus Hameln eingeliefert, wurde Bockelmann am 30. März 1941 erneut in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Georg Bockelmann starb am 28. Februar 1942 im Zuchthaus.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln

Boelhouwers, Arie

Niederländer, wurde am 15. Juni 1915 in Rotterdam geboren. Er war Buchdrucker und wohnte in Rotterdam, Wilem Buytenweghstraat 200b. Zuletzt lebte er in Oberhausen, Nohlstrasse 157, und war bei der Reichspost im Arbeitseinsatz.
Seit 1943 aufgrund einer Verurteilung nach „Kriegssonderstrafrecht“ in Haft, kam Boelhouwers im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus dem Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen am 2. November 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Es ist unklar, ob Boelhouwers – möglicherweise vorübergehend – in das Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz gebracht wurde.
Arie Boelhouwers ist seit Kriegsende verschollen. Dies spricht für seine Teilnahme an einem der Todesmärsche; auf dem Marsch vom Außenlager Holzen zum Zuchthaus Dreibergen bei Bützow südöstlich von Rostock sollen viele Gefangene umgekommen sein, andere sind seitdem verschollen. Dass Boelhouwers auf dem Todesmarsch von Hameln nach Holzen umkam ohne eine Spur zu hinterlassen, ist zwar wenig wahrscheinlich, aber nicht gänzlich auszuschließen.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Von Holzen nach Bützow-Dreibergen

Böhm, Willi

wurde am 21. Dezember 1890 in Mainz geboren. Der Monteur wohnte in Wuppertal-Elberfeld, Kampstr. 27.
Als der KPD-Funktionär zusammen mit vielen anderen politischen Gefangenen am 8. November 1935 in Hameln eintraf, war die Strafanstalt gerade in ein Zuchthaus umgewidmet worden. Böhm verbüßte hier fast seine gesamte Strafe.
Mit seiner Entlassung am 16. April 1937 nahm ihn die Hamelner Polizei in „Schutzhaft“. Ob er umgehend in ein KZ kam, ist nicht bekannt. Böhm starb am 15. Dezember 1941 im KZ Sachsenhausen.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ