Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
Seite 14 von 165 Seiten - 821 Einträge - 834 Opfer
Böker, Heinrich Friedrich Ernst
wurde am 12. Oktober 1889 in Lenthe im Kreis Linden geboren. Der Arbeiter wohnte in Hannover, Engelbosteler Damm 60a.
Zehn Tage zuvor nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Böker am 30. August 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Heinrich Böker starb sechs Wochen später, am 11. Oktober 1944, im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (F I/57).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Borchert, Josef Walter
wurde am 2. August 1907 in Seeburg bei Rössel geboren. Der Holzkaufmann wohnte in Allenstein und lebte zuletzt in Rawa-Ruska im besetzten Galizien.
Borchert war Untersuchungsgefangener; Grund und Zeitpunkt seiner Inhaftierung sind nicht bekannt.
Borchert wurde im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Osten mit einem Sammeltransport am 8. August 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt. Dieser Transport bestand aus 50 Untersuchungsgefangenen, die vermutlich aus Gefängnissen im okkupierten Polen kamen.
Dieser Transport wurde nach einer Woche, am 16. August, in das Zuchthaus Celle weitergeleitet.
Josef Borchert starb nach dem Todesmarsch vom Zuchthaus Celle zum Zuchthaus Bützow-Dreibergen am 18. Mai 1945 in Dreibergen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Von Celle nach Bützow-Dreibergen
Boronow, Erich
wurde am 25. August 1906 in Breslau geboren. Der Lehrer, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Berlin, Habsburgerstr. 12.
Seit 1939 als politischer Gefangener in Haft, wurde er zusammen mit anderen jüdischen Gefangenen am 14. August 1940 aus dem Zuchthaus Celle in das Zuchthaus Hameln verlegt. In den Celler Außenlagern Mulmshorn oder Lührsbockel hatten diese Männer Hunger und schwere Misshandlungen zu erleiden.
Nachdem Boronows Strafe kurze Zeit später, am 9. November 1940, abgelaufen war, sperrte ihn die Hamelner Polizei zur „Schutzhaft“ für vier Tage ins Gerichtsgefängnis, um ihn am 13. November an die Gestapo Berlin zu „überführen". Von dort wurde Boronow am 30. November des Jahres in das KZ Sachsenhausen verschleppt, wo er am 28. Mai 1942 starb.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Bose, Jean Arsene
Franzose, wurde am 7. März 1922 in Montauban geboren. Der Postangestellte wohnte in Toulouse, 108 Avenue de Lasborde. Zuletzt war er im Arbeitseinsatz in Hannover und musste in einem Lager in Vahrenwald leben.
Seit Mai 1944 in Haft und am 7. Juli nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Bose am 26. August 1944 mit einem Transport von 50 Gefangenen aus dem Celler in das Hamelner Zuchthaus verlegt.
Wie die Mehrzahl der Transportteilnehmer kam er unverzüglich in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz; diesen überlebten mindestens 36 Mann der Erstbelegung nicht lange. Die erlittenen Strapazen dürften Bose nachhaltig geschwächt haben.
Jean Bose starb am 18. Februar 1945 im Zuchthaus-Außenlager Holzen. Er wurde nach Hameln übergeführt und auf dem Friedhof Wehl bestattet (Feld C I/35). Am 5. September 1950 wurde Jean Bose in seine Heimat umgebettet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Außenlager Holzen
Bötel, Adolf
wurde am 27. September 1898 in Wolfenbüttel geboren. Der kaufmännische Angestellte wohnte in Egestorf am Deister Nr. 324.
Am 11. September 1940 von einem Kriegsgericht verurteilt, wurde Adolf Bötel zunächst im Strafgefangenenlager Esterwegen, einem der KZ-artigen Moorlager der Justiz im Emsland, festgehalten.
Am 28. Mai 1941 kam er in das Zuchthaus Hameln und wurde nach sechs Monaten, am 12. November 1941, in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Adolf Bötel starb am 14. Februar 1944 im Zuchthaus Celle.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Celle


