Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Böttcher, Richard
wurde am 8. August 1883 in Schwerin geboren. Der Pensionär wohnte in Schwerin, Moltkestr. 102.
Grund und Zeitpunkt seiner Inhaftierung sind nicht bekannt.
Böttcher kam vermutlich im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Osten am 15. Februar 1945 mit einem vielköpfigen Sammeltransport in das Zuchthaus Hameln, vermutlich aus dem Zuchthaus Brandenburg oder einer weiter östlich – so auch im besetzten Polen – gelegenen Strafanstalt. Er gehörte zu den über 40 Teilnehmern, die den Transport nicht lange überlebten.
Richard Böttcher starb nach der Befreiung am 15. April 1945 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg in einem doppelt belegten Grab bestattet (Feld C I/123).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Boucq, Emile
Franzose, wurde am 23. Juni 1885 in Amentrières im Departement Nord geboren. Der Hotelier wohnte in Lempres im Departement Somme.
Seit 1944 in Haft und von einem Kriegsgericht in Lille verurteilt, kam Boucq im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem großen Sammeltransport aus dem Gefängnis Bochum am 22. März 1945 in das Zuchthaus Hameln.
Er wurde am 27. März 1945 mit weit über 100 Männern vor allem dieses Transportes in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Emile Boucq starb nach dem Todesmarsch vom Zuchthaus Celle zum Zuchthaus Bützow-Dreibergen am 19. April 1945 in Dreibergen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Von Celle nach Bützow-Dreibergen
Boumont, Fidèle
Belgier, wurde am 16. März 1887 in Brüssel-Molenbeek geboren. Der Bankangestellte wohnte in Brüssel-Molenbeek, chaussée de Gand 204.
Als Widerstandskämpfer bei „Nacht und Nebel“ am 7. Juli 1942 in Brüssel-Molenbeek verhaftet und vermutlich zunächst im Gefängnis Brüssel-St. Gilles festgehalten, wurde Fidèle Boumont heimlich nach Deutschland in das Untersuchungsgefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Fidèle Boumont mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus Bochum in das Zuchthaus Hameln.
Am 29. April 1944 wurde Boumont zusammen mit knapp 70 Belgiern und Franzosen des genannten Transports in das Zuchthaus Groß Strehlitz in Oberschlesien weiterverlegt.
Im weiteren Verlauf des Jahres 1944 wurde Fidèle Boumont in das KZ Groß Rosen in Niederschlesien verschleppt.
Fidèle Boumont kam am 14. November 1944 im KZ Groß Rosen ums Leben.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Groß Strehlitz
Bouwman, Johannes Jakob
Niederländer, wurde am 8. März 1924 in Rotterdam geboren. Der Kontordiener wohnte in Rotterdam, Stutensingel 94b. Er war vermutlich als Zwangsarbeiter in Norddeutschland im Einsatz.
Vermutlich Anfang 1944 nach „Kriegssonderstrafrecht“ wegen „Wehrkraftzersetzung“ verurteilt, wurde Bouwman am 11. Oktober 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Johannes Bouwman starb am 21. Februar 1945, zwei Wochen nach seiner Einlieferung, im Stadtkrankenhaus Hameln, in das er vermutlich wegen einer schweren Erkrankung gekommen war. Er wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (Feld C I/60) und am 20. August 1951 in seine Heimat umgebettet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Bowinkelmann, Heinrich
wurde am 16. Januar 1903 in Essen geboren. Der Bergmann wohnte in Essen, Papestr. 17.
Als KPD-Funktionär seit 1935 in Haft, kam Bowinkelmann im Juli 1937 für ein halbes Jahr nach Hameln, um anschließend für die restlichen vier Jahre seiner Strafzeit in das Zuchthaus Butzbach verlegt zu werden.
Über das Gestapogefängnis Essen wurde er im September 1942 nach Sachsenhausen verbracht. Hier kam er am 17. Februar 1943 ums Leben.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ


