Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Boysen, Arnold
wurde am 9. September 1889 in Oevenum auf Föhr geboren. Der Bauer wohnte in Oevenum und hatte als Bürgermeister amtiert.
Seit 1942 in Haft und am 24. März 1943 nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Boysen am 21. April 1943 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Arnold Boysen starb nach der Befreiung am 12. April 1945 im Zuchthaus und wurde am 17. April 1945 auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg in einem doppelt belegten Grab bestattet (Feld C I/99).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Brackemann, Heinrich
wurde am 22. Januar 1886 in Bielefeld geboren. Der Kaufmann wohnte in Pivitsheide bei Detmold, Nr. 134.
Seit Frühjahr 1943 in Haft und am 3. August 1943 nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Brackemann am 7. Januar 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Heinrich Brackemann starb am 20. April 1944 im Zuchthaus und wurde zunächst auf dem Friedhof Wehl bestattet (Feld C I/46), später aber in das Familiengrab auf den „Sennefriedhof“ in Bielefeld umgebettet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Brandt, Alfred James
Niederländer, wurde am 22. Juli 1905 in Wien geboren. Er lebte zuletzt in Wilhelmshaven, Marienstr. 13, und war als Postarbeiter im Arbeitseinsatz.
Seit 1942 in Haft und am 15. Januar 1943 nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Brandt am 17. Februar 1943 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Vermutlich weil Brandt als renitenter Gefangener galt, kam er im Sommer 1944 in das Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz. Die erlittenen Strapazen ließen ihn bald erkranken, so dass er als "nicht außenarbeitsfähig" nach Hameln zurückverlegt wurde.
Alfred Brandt starb am 16. März 1945 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg bestattet (Feld C I/116). Seit seiner Umbettung am 1. Dezember 1953 befindet sich sein Grab auf dem Seelhorster Friedhof in Hannover (19f/C37).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Brauer, Kurt
wurde am 20. Dezember 1900 in Witten geboren. Der Händler, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Essen, Flachsmarkt 5.
Seit 1940 als rassisch Verfolgter in Haft, wurde er am 22. Oktober 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert, um nach nur zwei Wochen, am 5. November 1941, in das Zuchthaus Celle weiterverlegt zu werden.
Ein Jahr vor Ablauf seiner Strafe, am 22. Mai 1943, wurde Brauer zusammen mit weiteren 18 jüdischen Häftlingen in das KZ Auschwitz deportiert. Dort ist er verschollen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Bredenschey, Karl
wurde am 8. Februar 1898 in Geestemünde geboren. Der Bauingenieur wohnte in Hannover, Mehlstr. 6.
Seit 1939 in Haft, wurde er am 29. Januar 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert, um hier für den Rest seiner Strafzeit einzusitzen, die am 25. September 1943 endete.
An diesem Tag nahm ihn die Polizei Hameln bis zum 6. Oktober des Jahres im Gerichtsgefängnis Hameln in „Vorbeugehaft", um ihn anschließend an die Gestapo Hannover auszuliefern. Bredenschey starb zu einem nicht überlieferten Datum im Jahr 1944; ob in einem Gestapokeller oder in einem KZ, ließ sich nicht ermitteln.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ


