Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
3. Die Opfer unter den ausländischen zivilen Zwangsarbeitern
sowie den Kriegsgefangenen
3.11 Die Opfer unter den Kindern
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Lewandowski, Janek
wurde am 25. November 1943 in Reinerbeck-Bruch geboren. Seine Mutter Marta, eine Ukrainerin, stammte aus Rydomel im Kreis Kamenez-Podolsk und war seit Mai 1942 auf einem hiesigen Bauernhof im Einsatz.
Das Kind starb nach vier Tagen am 29. November 1943 an „Schwäche“ und wurde auf dem örtlichen Friedhof bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont
Lich, Anneliese-Monika
wurde am 18. Dezember 1945 vermutlich in Hannover geboren, denn ihre Eltern lebten als ehemalige polnische Zwangsarbeiter im hannoverschen DP-Lager Mühlenberg an der Chaussee nach Hameln.
Das Kind starb am 17. März 1946, drei Wochen nach seiner Aufnahme, im „Ausweichkrankenhaus“ der Kinderheilanstalt Hannover in Nienstedt an „Ernährungsstörung“ und wurde auf dem Friedhof Hohenbostel bei Barsinghausen bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Nienstedt
Liechmann, Anna
wurde am 16. Oktober 1943 in Dehrenberg Nr. 2 geboren. Ihre Mutter Janina war Polin und stammte aus Krzalkow im Kreis Kalisch. Sie war seit Juli 1940 auf diesem Bauernhof in Dehrenberg als Zwangsarbeiterin im Einsatz; sie musste nach Hameln wechseln, nachdem ihr Kind am 16. Juli 1944 ins Kinderlager Hemeringen verschleppt worden war.
Anna starb am 11. April 1945 im Kinderlager Hemeringen und wurde wie sieben weitere tote Kinder am Rande des örtlichen Friedhofs bestattet. Die acht Gräber erhielten Holzkreuze und wurden später - vermutlich nach Ablauf der üblichen Liegezeit - eingeebnet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hemeringen
Maillard, Jacques
wurde um 3. November 1944 vermutlich in Hannover geboren, denn seine Eltern, wahrscheinlich französische Zwangsarbeiter, waren im Lager Hannover-Mühlenberg einquartiert.
Das Kind starb am 3. März 1945, drei Wochen nach seiner Aufnahme, im „Ausweichkrankenhaus“ der Kinderheilanstalt Hannover in Nienstedt an „Darmkatarrh, Auszehrung“ und wurde auf dem Seelhorster Friedhof in Hannover bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Nienstedt
Malardier, Henry Joseph
wurde am 10. Februar 1945 vermutlich in Eldagsen geboren, denn seine Eltern, die Belgier Heinrich und Fernanda Malardier, lebten in Eldagsen, Kirchstr. 7. Zwangsarbeiter werden sie nicht gewesen sein, soll doch der Vater der „Rex-Bewegung“, angehört haben, der flämischen Faschisten-Organisation.
Der Säugling starb am 8. Juli 1945 im „Ausweichkrankenhaus“ der Kinderheilanstalt Hannover in Nienstedt an „Magen- und Darmkatarrh“ und wurde in Nienstedt bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Nienstedt


