Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Creusiaux, Marcel
Belgier, wurde am 7. September 1900 in Gosselies bei Charleroi geboren. Der Eisenbahner wohnte in Gosselies, avenue de la Station 6.
Als Widerstandskämpfer vermutlich 1942 bei „Nacht und Nebel“ verhaftet und zunächst im Gefängnis von Charleroi festgehalten, wurde Creusiaux heimlich nach Deutschland in das Untersuchungsgefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Creusiaux mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus Bochum in das Zuchthaus Hameln.
Drei Monate später, am 18. August, wurde Marcel Creusiaux mit zwei anderen Eisenbahnern aus Charleroi, Raoul Toutin und Francois Levens, in das Strafgefangenenlager Esterwegen, eines der KZ-artigen Moorlager der Justiz im Emsland, gebracht, um vom dort tagenden Berliner „Volksgerichtshof“ wegen Spionage zum Tode verurteilt zu werden.
Am 16. September 1943 wurde Creusiaux zusammen mit den Todeskandidaten Toutin und Levens in das Gefängnis Dortmund überstellt, in dem sich eine Hinrichtungsstätte befand.
Dort wurde Marcel Creusiaux am 18. Oktober 1943 mit dem Fallbeil getötet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Dortmund
Daenen, Jules
Belgier, wurde am 2. Januar 1912 in Boncelles geboren. Der Angestellte wohnt in Saint-Gilles, avenue Jean Volders 29.
Als Widerstandskämpfer bei „Nacht und Nebel“ am 25. September 1941 in Laeken verhaftet und zunächst vermutlich im Gefängnis Brüssel-St. Gilles festgehalten, wurde Jules Daenen heimlich nach Deutschland in das Untersuchungsgefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Marcel Colet mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus Bochum in das Zuchthaus Hameln.
Am 12. Januar 1944 wurde Colet in das Strafgefangenenlager Esterwegen, eines der KZ-artigen Moorlager im Emsland, gebracht, vermutlich um vom Sondergericht Essen oder vom Berliner „Volksgerichtshof“ abgeurteilt zu werden.
Dass Daenen im weiteren Verlaufe des Jahres 1944 in das Zuchthaus Sonnenburg (oder das Zuchthaus Groß Strehlitz) verschleppt werden sollte, ist wahrscheinlich, da die meisten belgischen Lagerinsassen nach Osten „evakuiert“ wurden.
Jules Daenen kam im KZ Kassel-Druseltal, einem Außenlager des KZ Buchenwald, am 12. April 1944 ums Leben. Er ist also – aus nicht bekannten Gründen – nur sehr kurz oder gar nicht in den Osten „evakuiert“ worden.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Sonnenburg
Daniel, Ernst Johannes Friedrich
wurde am 27. Februar 1887 in Lindau im Kreis Eckernförde geboren. Der Postbetriebsassistent wohnte in Hamburg, Borsteler Chaussee 5.
1943 nach „Kriegssonderstrafrecht“ zu mehrjähriger Haft verurteilt, wurde Daniel am 11. Januar 1944 schon schwerkrank in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Vier Tage nach seiner Ankunft, am 15. Januar 1944, starb Ernst Daniel im Zuchthaus-Lazarett und dürfte auf dem Friedhof Wehl bestattet worden sein.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Dauck, Wilhelm
wurde am 12. Oktober 1884 in Domsühl/Mecklenburg geboren. Der Arbeiter wohnte in Hamburg-Lohbrücke, Lohbrückerstr. 12.
Anfang 1944 inhaftiert und am 9. Mai nach „Kriegssonderstrafrecht“ zu einer langen Freiheitsstrafe verurteilt, wurde Dauck am 24. Mai 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Im Sommer 1944 kam Dauck in das Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz.
Es war geplant, Dauck nach Ablauf seiner Gefangenschaft an die Gestapo auszuliefern, was in der Regel ins KZ führte.
Wilhelm Dauck erlitt am 18. November 1944 bei einem Arbeitsunfall tödliche Kopfverletzungen, womöglich im Bergwerksstollen durch herabstürzendes Gestein; er wurde zunächst auf dem Gemeindefriedhof in Holzen bestattet, im Oktober 1946 jedoch auf den dortigen "Ehrenfriedhof" umgebettet (3. R. Nr. 3).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Außenlager Holzen
Daunicht, Karl
wurde am 18. Juli 1898 in Hamburg geboren. Der Schiffszimmermann wohnte in Hamburg, Strasowstr. 5.
Am 22. März 1944 aus politischen Gründen verurteilt, verbrachte Karl Daunicht die erste Phase seiner Zuchthaus-Gefangenschaft in Celle.
Am 26. August 1944 wurde er mit einem Transport von 50 Gefangenen in das Zuchthaus Hameln verlegt. Wie die Mehrzahl der Transportteilnehmer kam er in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz; diesen überlebten mindestens 36 Mann der Erstbelegung nicht lange. Im November erkrankte Karl Daunicht, so dass er wohl als nicht „außenarbeitsfähig“ nach Hameln gebracht wurde.
Karl Daunicht gehörte einem 10köpfigen Transport vormaliger Celler Häftlinge an, der am 22. Januar 1945 von Hameln zum Zuchthaus Celle abging.
Karl Daunicht starb am 21. März 1945 im Zuchthaus Celle, vermutlich infolge der im Außenlager Holzen erlittenen Strapazen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Celle


