Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

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de Snerk, Edmond Eduard

Belgier, wurde am 24. Mai 1896 in Gent geboren. Der Heizer wohnte in Gent, St. Petersplain 27.
Als Widerstandskämpfer vermutlich 1942 verhaftet, wurde Edmond de Snerk als NN-Gefangener heimlich nach Deutschland in das Untersuchungsgefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Edmond de Snerk mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus Bochum in das Zuchthaus Hameln.
Am 22. September 1943 wurde Edmond de Snerk zusammen mit seinen belgischen Leidensgenossen Jean Guiline und Robert Claeys über das Gefängnis Magdeburg in das Zuchthaus Brandenburg weiterverlegt. Der Berliner „Volksgerichtshof“ verurteilte de Snerk zum Tode, vermutlich wegen Spionage.
Edmond de Snerk wurde am 3. April 1944 in der Hinrichtungsstätte des Zuchthauses Brandenburg mit dem Fallbeil getötet.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Brandenburg

de Vries, Cornelius

Niederländer, wurde am 12. Juni 1923 in Woerden geboren. Der Bäcker wohnte in Woerden, Baanstr. 9.
Seit 1943 in Haft kam de Vries am 16. September 1944 mit einem Sammeltransport mit hunderten Leidensgenossen aus dem „evakuierten“ Zuchthaus Rheinbach bei Köln nach Hameln.
Nach dem Ende seiner Strafzeit am 2. Dezember 1944 wurde er ins Gestapogefängnis Hamburg-Fuhlsbüttel verschleppt und anschließend in das KZ Neuengamme. Hier wurde de Vries in den letzten Kriegstagen, am 23. April 1945, ermordet; wahrscheinlich gehörte er zu einer Gruppe von 58 Häftlingen, die aufgehängt wurde.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

de Vries, Josef

Belgier, wurde am 13. März 1905 in Brüssel-Anderlecht geboren. Der Polizeibeamte wohnte in Brüssel, Av. de la Perserense (?) 59.
Als Widerstandskämpfer bei „Nacht und Nebel“ verhaftet, wurde Josef de Vries vermutlich 1943 heimlich nach Deutschland in das Untersuchungsgefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Josef de Vries mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus dem Gefängnis Bochum in das Zuchthaus Hameln.
Am 29. April 1944 wurde Josef de Vries zusammen mit knapp 70 Belgiern und Franzosen des genannten Transports in das Zuchthaus Groß Strehlitz in Oberschlesien weiterverlegt.
Am 30. Oktober 1944 wurde Josef de Vries in das KZ Groß Rosen in Niederschlesien verschleppt.
Josef de Vries kam am 3. Januar 1945 im KZ Groß Rosen ums Leben.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Groß Strehlitz

de Vries, Julius

Belgier, wurde am 7. Februar 1912 in Leer/Ostfriesland geboren. Der Bergarbeiter, der jüdischen Glaubens war, wohnte zuletzt in Chatelineau bei Charleroi, rue Marchand 85.
Nachdem er wenige Monate zuvor als rassisch Verfolgter zu einer fünfjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden war, wurde de Vries am 8. Juli 1942 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und nach vier Monaten, am 13. November 1942, mit einem vielköpfigen Transport zumeist jüdischer Langzeit-Gefangener in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Lange vor Ablauf seiner Strafe, am 22. Mai 1943, wurde de Vries zusammen mit weiteren 18 jüdischen Häftlingen in das KZ Auschwitz deportiert. Dort ist er verschollen.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

de Vries, Mindert

Niederländer, wurde am 19. August 1922 in Ziepe geboren. Der Melker wohnte zuletzt vermutlich als Zwangsarbeiter in Liesborn im Kreis Beckum.
1943 verhaftet und Anfang 1944 verurteilt, wurde Mindert de Vries am 31. Mai 1944 in das Zuchthaus Hameln gebracht.
Ende Juli kam de Vries in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz. Die erlittenen Strapazen ließen ihn erkranken, so dass er bereits am 12. August 1944 als "nicht außenarbeitsfähig" nach Hameln zurückverlegt wurde.
Am 2. Oktober 1944 gehörte Mindert de Vries einem 200köpfigen Transport an, mit dem vor allem Gefangene aus geräumten westdeutschen Zuchthäusern nach der Zwischenstation Hameln in ein Lager bei Prenzlau nördlich von Berlin weiterverlegt wurden.
Als Prenzlau wenige Monate später wegen der herannahenden Front geräumt werden musste, kam de Vries, wie viele ehemalige Mitgefangene aus Hameln, in das Zuchthaus Brandenburg. Während die meisten von ihnen am 15. Februar 1945 nach Hameln zurückgebracht wurden, blieb de Vries in Brandenburg und erlebte dort die Befreiung. Anschließend kehrte er an seinen deutschen Wohnort zurück.
Mindert de Vries starb kurz nach Kriegsende, am 5. Juni 1945, in Liesborn, vermutlich an den in seiner Haftzeit erlittenen Strapazen.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Brandenburg