Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

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Dolling, Heinrich

wurde am 7. Juli 1905 in Wanne-Eickel geboren. Der Schlosser wohnte in Cuxhaven, Marinestr. 11.
Grund und Zeitpunkt seiner Inhaftierung sind nicht bekannt.
Dolling kam im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus einem westdeutschen Zuchthaus (Rheinbach bei Bonn oder Siegburg) am 19. September 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Heinrich Dolling starb am 20. März 1945 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg in einem doppelt belegten Grab bestattet (Feld C I/93).

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln

Donnais, Edouard

Belgier, wurde am 28. März 1894 in Mouscron bei Kortryk geboren. Der Wollarbeiter wohnte in Mouscron, rue de nouveau monde 525.
Als Widerstandskämpfer am 18. April 1942 in Mouscron bei „Nacht und Nebel“ verhaftet, wurde Edouard Donnais am 30. Juli 1942 als NN-Gefangener heimlich nach Deutschland in das Untersuchungsgefängnis Bochum verschleppt. Das Sondergericht Essen verurteilte ihn in einem Massenprozess gegen Widerstandskämpfer am 16. Dezember 1942 wegen „bolschewistischer Umtriebe“ zu einer drastischen Freiheitsstrafe.
Zusammen mit vielen anderen kurz zuvor verurteilten Belgiern und Franzosen kam Edouard Donnais Anfang 1943 aus dem Gefängnis Bochum in das Zuchthaus Hameln.
Mit einem Sammeltransport von 80 westeuropäischen, vor allem belgischen Widerstandskämpfern wurde Donnais am 19./20. Mai 1943 in das Zuchthaus Sonnenburg/Neumark in Ostbrandenburg verlegt.
Edouard Donnais war vermutlich seit November 1944 Häftling im KZ Sachsenhausen, womöglich aber erst seit Anfang 1945, nachdem Sonnenburger Gefangene beim Herannahen der Ostfront auf einen Todesmarsch Richtung Westen gezwungen worden waren.
Edouard Donnais starb nach dem 1. April 1945 im KZ Sachsenhausen.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Sonnenburg

Doom, Jan (Dom, Jean)

Belgier, wurde am 21. Mai 1902 in Antwerpen geboren. Der Schlosser wohnt in Brüssel-Schaerbeek, rue de Palais 151-153.
Jan Doom soll seit Juni 1941 einer Widerstandsgruppe angehört haben. Er verteilte die konservative Untergrundzeitung „La Libre Belgique“ und war an einem Anschlag auf ein Waffendepot der deutschen Besatzungsmacht beteiligt. Am 23. September 1941 wurde er in Schaerbeek festgenommen und in das zentrale deutsche Wehrmachtsgefängnis Brüssel-St. Gilles gesperrt.
Wohl Anfang 1942 – womöglich wie andere NN-Gefangene, die später in Hameln waren, am 30. Januar – wurde Jan Doom heimlich, bei „Nacht und Nebel“, nach Deutschland in das Gestapo-Gefängnis Brauweiler bei Köln verschleppt. In der Gewalt der Gestapo dürfte er mehrere Monate geblieben sein, bevor er in das Gefängnis Bochum gebracht wurde, womöglich wie andere Gefangene am 15. Oktober 1942.
Am 22. Mai 1943 kam Jan Doom mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus dem Gefängnis Bochum in das Zuchthaus Hameln. Für NN-Gefangene bestand auch in Hameln eine strenge Isolationshaft mit Informations- und Kontaktverbot.
Am 22. April 1944 wurde Jan Doom in das Strafgefangenenlager Esterwegen, eines der KZ-artigen Moorlager im Emsland, verschleppt. Damit teilte er das Schicksal von mehr als 50 Männern des NN-Transportes vom 22. Mai 1943, die zumeist Anfang 1944 von Hameln nach Esterwegen kamen.
Spätestens jetzt wird Jan Doom vom vor Ort tagenden Sondergericht Essen verurteilte worden sein, vermutlich zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe.
Jan Doom starb am 3. März 1945 im Strafgefangenenlager Esterwegen.
Laut Mitteiliung der Gedenkstätte Esterwegen (email vom 23.5.2018) verstarb Jan Doom bereits am 7. März 1944 im Strafgefangenenlager Esterwegen (Kreisarchiv Esterwegen Rep. 500 Nr. 1210-031 / Standesamt Esterwegen, Sterberegister). Danach wurde Jan Doom früher als oben angegeben nach Esterwegen verschleppt.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Esterwegen

Doose, Martin Heinrich

wurde am 13. Februar 1874 in Hemmingstedt im Kreis Süderdithmarschen geboren. Der Rentner wohnte in Hamburg-Harburg, Bremerstr. 53.
Seit August 1943 in Haft und am 25. November nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Doose am 11. Januar 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Martin Doose starb am 1. April 1944 im Zuchthaus und dürfte auf dem Friedhof Wehl bestattet worden sein.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln

Dörger, Wilhelm Heinrich August

wurde am 13. September 1899 in Schwedinghausen im Kreis Northeim geboren. Der Schlachtermeister wohnte in Adelebsen Nr. 80.
Seit Herbst 1941 in Haft und am 30. März 1942 nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Dörger am 10. Juni 1942 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Wilhelm Dörger starb am 14. April 1943 im Zuchthaus-Lazarett.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln