Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Dorin, Otto
wurde am 2. Oktober 1905 in Gelsenkirchen-Buer im Kreis Recklinghausen geboren. Der Zigarrenhändler wohnte in Bad Oeynhausen, Weststr. 10.
Am 18. Dezember 1936 zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, kam Otto Dorin am 2. Februar 1937 aus dem Gerichtsgefängnis Bielefeld zur Strafverbüßung in das Zuchthaus Hameln.
Anschließend wurde er zur Sicherungsverwahrung in das Zuchthaus Butzbach verlegt.
Otto Dorin starb am 16. Januar 1944 im Zuchthaus Butzbach.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Weitere
Dorra, Wilhelm
wurde am 23. Dezember 1891 in Groß Piwnitz im Kreis Ortelsburg geboren. Der Anstreichergeselle wohnte in Essen-Katernberg, Steppenbergstr. 307.
Grund und Zeitpunkt seiner Inhaftierung sind nicht bekannt.
Dorra kam vermutlich im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus dem Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen am 2. November 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Wilhelm Dorra starb kurze Zeit später, am 7. November 1944, im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (F I/60).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Doubrava, Anton
Tscheche, wurde am 4. Dezember 1912 in Lybany geboren. Der Kellner wohnte in Prag, Jungmannplatz 3.
Seit 1940 als politischer Gefangener in Haft, wurde Doubrava am 22. Mai 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Nach dem Ende seiner Strafzeit am 22. April musste er als Polizeihäftling im hiesigen Gerichtsgefängnis zwei Tage auf seinen Transport in das Gestapogefängnis Brünn warten. Ab 28. Oktober 1944 war Doubrava im KZ Dachau und vom 18. Dezember 1944 bis 16. Januar 1945 im Außenlager Überlingen, dessen Insassen unter härtesten Bedingungen im Stollenbau schuften mussten. Zurück in Dachau starb der vermutlich nicht mehr arbeitsfähige Mann am 3. März 1945.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Dragosavac, Duro
Serbe, wurde am 3. Mai 1911 in Vrebac bei Gospic in Kroatien geboren. Der Bauer wohnte in Vrebac. Er war Kriegsgefangener und musste vor seiner Verhaftung in einem Kriegsgefangenenlager in Neubrandenburg („Stammlager II“) leben.
Dragosavac wurde am 12. Mai 1942 von einem Kriegsgericht wegen „Wehrkraftzersetzung“ zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.
Nachdem er zunächst das KZ-ähnliche Straflager Esterwegen im Emsland erduldet hatte, wurde Dragosavac nach einer Zwischenstation im Zuchthaus Celle am 14. Oktober 1942 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Im Sommer 1944 kam Dragosoavac in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz. Die erlittenen Strapazen ließen ihn erkranken und dürften ihn nachhaltig geschwächt haben.
Duro Dragosavac kam auf dem Todesmarsch vom Zuchthaus-Außenlager Holzen zum Zuchthaus Bützow-Dreibergen am 14. April 1945 in Bad Liebenwerda ums Leben.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Von Holzen nach Bützow-Dreibergen
Dreyer, Gerhard Karl Wilhelm
wurde am 24. Januar 1913 in Salzwedel geboren. Der Fleischergeselle wohnte in Salzwedel, Lüneburgerstr. 39.
Seit 1939 saß Dreyer in Haft. Nachdem er das KZ-ähnliche Straflager Esterwegen im Emsland erduldet hatte, wurde er am 14. April 1943 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Gerhard Dreyer starb am 8. April 1944 im Zuchthaus und dürfte auf dem Friedhof Wehl bestattet worden sein.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln


