Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

3.  Die Opfer unter den ausländischen zivilen Zwangsarbeitern
 sowie den Kriegsgefangenen

3.11  Die Opfer unter den Kindern

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Samojlenko, Anna

wurde am 9. Oktober 1943 geboren. Ihre Eltern stammten aus Tjuborowka im Gebiet Nikolajew in der Ukraine und mussten auf Bauernhöfen in Gellersen arbeiten.
Nach der Befreiung im polnischen DP-Lager „Auf der Höhe“ untergebracht, starb das keine zwei Jahre alte Kind am 15. Mai 1946 in Hameln an einem Lungenödem und wurde auf dem „alten Kriegsgefangenenfriedhof“ am Rande des Friedhofs Wehl bestattet (Feld KGF C 24).

Gruppenzugehörigkeit:  Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont

Samulik, Nikolaj

wurde am 5. Dezember 1943 in Hameln geboren. Seine Mutter Dumna stammte aus Gluska in der Ukraine. Sie war als Zwangsarbeiterin bei der Rüstungsfabrik Domag im Einsatz und musste im Lager Kuhbrückenstraße 17 leben.
Dort starb der neun Monate alte Säugling am 19. September 1944 an einer Lungenentzündung und wurde auf dem „alten Kriegsgefangenenfriedhof“ am Rande des Friedhofs Wehl bestattet (Feld KGF B 41). Sein Name und die Lebensdaten stehen – neben anderen – auf einer der Grabstelen, die der Volksbund in den 1950er Jahren setzen ließ.

Gruppenzugehörigkeit:  Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont

Scherbakow

war ein Junge ohne Vornamen, der am 20. Juli 1943 im „Ostarbeiterlager“ Kuhbrückenstraße tot zur Welt kam. Seine Mutter Habia stammte aus einem Dorf bei Mocholow (Mogilew) in Weißrußland und musste in der Lagerei der Rüstungsfabrik Domag arbeiten. Ob das Kind auf dem Friedhof Wehl bestattet wurde, ist nicht bekannt.

Gruppenzugehörigkeit:  Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont

Schlonzack, Erika

wurde am 4. Juli 1944 in Hameln geboren. Ihre Mutter Janina kam aus Polen und musste seit 1940 auf einem Bauernhof in Flakenholz arbeiten. Der Säugling wurde am 14. August 1944 in das Kinderlager Hemeringen verschleppt.
Dort starb Erika am 5. September 1944 im Alter von zwei Monaten und wurde wie sieben weitere tote Kinder am Rande des örtlichen Friedhofs bestattet. Die acht Gräber erhielten Holzkreuze und wurden später - vermutlich nach Ablauf der üblichen Liegezeit - eingeebnet.

Gruppenzugehörigkeit:  Zwangsarbeitende / Kinder / Hemeringen

Schukodskya, Wasila (oder Wasili)

wurde am 9. Mai 1944 geboren. Von ihrer (oder seiner) ledigen Mutter, einer polnischen Zwangsarbeiterin, ist der Vorname nicht überliefert. Sie musste in den Maschsee-Gaststätten in Hannover arbeiten.
Das Kind starb am 23. August 1944 im „Ausweichkrankenhaus“ der Kinderheilanstalt Hannover in Nienstedt aus unbekannten oder nicht genannten Gründen und wurde auf dem Seelhorster Friedhof in Hannover (Abt. 18 d, Nr. 115) bestattet.

Gruppenzugehörigkeit:  Zwangsarbeitende / Kinder / Nienstedt