Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Dupont, Anton Heinrich Johann
wurde am 13. März 1885 in Hamburg geboren. Der Schweinemäster wohnte in Hamburg-Eidelstedt, Lohkampstr. 281.
Im Juli 1943 nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Dupont am 11. Januar 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Anton Dupont starb am 7. März 1944 im Zuchthaus und dürfte auf dem Friedhof Wehl bestattet worden sein.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Durieux, Francois
Belgier, wurde am 26. Januar 1894 in Landelies in der wallonischen Provinz Hainaut (Hennegau) geboren. Der Regisseur wohnte in Landelies, rue de la station 10.
Als Widerstandskämpfer wohl 1942 bei „Nacht und Nebel“ verhaftet und zunächst in einem deutschen Wehrmachtsgefängnis in Belgien festgehalten, wurde Francois Durieux vermutlich um die Jahreswende 1942/43 heimlich nach Deutschland in das Gefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Francois Durieux mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus dem Gefängnis Bochum in das Zuchthaus Hameln. Für NN-Gefangene bestand auch in Hameln eine strenge Isolationshaft mit Informations- und Kontaktverbot.
Am 29. April 1944 wurde Francois Durieux zusammen mit knapp 70 Belgiern und Franzosen des genannten Transports in das von alliierten Bomben nicht bedrohte Zuchthaus Groß Strehlitz in Oberschlesien weiterverlegt, den zentralen Zielort für NN-Verschleppte seit Frühjahr 1944 und bis zur Deportation in KZs im Herbst 1944.
Mit Räumung dieses Zuchthauses am 30. Oktober 1944 vor der herannahenden Roten Armee wurde Francois Durieux auf einen mörderischen Todesmarsch zum KZ Groß Rosen in Niederschlesien gezwungen, den er wie Hunderte seiner zumeist belgischen Leidensgenossen nicht überlebte.
Francois Durieux starb am 27. November 1944 im KZ Groß Rosen. Als Todesursache notierte die KZ-Verwaltung „Durchfall“, „Herzmuskelschwäche“.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Groß Strehlitz
Durocher, Max
Franzose, wurde am 28. Mai 1913 in Bordeaux geboren. Der Büroangestellte wohnte in Bordeaux, 26 Rue Latour.
Zu einer drakonischen Freiheitsstrafe verurteilt, saß Durocher seit Februar 1944 in Haft.
Durocher kam im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus dem Zuchthaus Rheinbach bei Bonn am 16. September 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Max Durocher starb am 31. März 1945 im Zuchthaus. Er wurde auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg in einem doppelt belegten Grab bestattet (Feld C I/121) und am 7. Juli 1949 in seine Heimat umgebettet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Düvelmeyer, Willi
wurde am 2. Januar 1895 in Elberfeld geboren. Er war Kaufmann, sein Wohnort ist unbekannt.
Grund und Zeitpunkt seiner Inhaftierung sind ebenfalls nicht bekannt.
Düvelmeyer kam im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus einem westdeutschen Zuchthaus (Rheinbach bei Bonn oder Siegburg) am 19. September 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Willi Düvelmeyer starb am 5. April 1945 im Zuchthaus und wurde am 17. April 1945 auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg in einem doppelt belegten Grab bestattet (Feld C I/98).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Eberhardt, Jürgen
wurde am 6. März 1910 in Schwerin geboren. Der Handlungsgehilfe wohnte in Johanneshof bei Quakenburg im Kreis Stolp.
Seit 1937 in Haft, wurde er am 24. Februar 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Nach dem Ende seiner Strafzeit am 14. Februar 1942 für vier Tage in „Vorbeugehaft“ im Gerichtsgefängnis Hameln, wurde Eberhardt am 18. Februar 1942 in das für ihn „zuständige“ Gestapogefängnis Frankfurt/O. gebracht. Ab 5. Oktober 1942 war er Häftling im KZ Buchenwald, wo er wenig später, am 23. November 1942, ums Leben kam.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ


