Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Famree, Pierre
Belgier, wurde am 28. November 1923 in Flavinne geboren. Der Hilfsapotheker wohnte in Namur.
Als Widerstandskämpfer bei „Nacht und Nebel“ verhaftet, wurde Pierre Famree heimlich nach Deutschland in das Untersuchungsgefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Pierre Famree mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus dem Gefängnis Bochum in das Zuchthaus Hameln.
Am 1. März 1944 wurde Pierre Famree in das Strafgefangenenlager Esterwegen, eines der KZ-artigen Moorlager im Emsland, verschleppt.
Pierre Famree dürfte im Verlauf des Jahres 1944, wie viele andere NN-Gefangene aus Esterwegen, in das Zuchthaus Groß Strehlitz gekommen sein.
Am 30. Oktober 1944 wurde er in das KZ Groß Rosen in Niederschlesien deportiert. Pierre Famree kam am 30. November 1944 im KZ Groß Rosen ums Leben.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Groß Strehlitz
Federle, Charles
Franzose, wurde am 3. April 1902 in Straßburg geboren. Er wohnte in Avon; sein Beruf ist unbekannt.
Vermutlich saß Federle als Widerstandskämpfer schon seit längerem in Haft.
Zusammen mit weiteren französischen politischen Gefangenen wurde Federle am 10. Januar 1945 in das Zuchthaus Hameln verlegt, möglicherweise mit einem Sammeltransport aus eíner Strafanstalt im Westen, die wegen der herannahenden Front geräumt wurde.
Charles Federle starb nach der Befreiung am 27. Mai 1945 im UNRRA-Hospital 'Hermannschule' in Hameln und wurde auf dem 'alten Kriegsgefangenenfriedhof' am Rande des Friedhofs Wehl bestattet (KGF A 48a).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Fehrmann, Heinrich
wurde am 26. Februar 1913 in Hannover geboren. Der Friseur wohnte in Hannover, Dörnbergstr. 25.
Er wurde am 4. März 1937, kurz nach seiner Verurteilung durch das Landgericht Hannover, in das Zuchthaus Hameln eingeliefert. Heinrich Fehrmann blieb in Zuchthaus Hameln bis zum Ablauf seiner Strafe am 15. Oktober 1940.
An diesem Tag brachte ihn die Polizei Hameln als „Schutzhäftling“ in das Gerichtsgefängnis Hameln, um ihn anderntags der Gestapo Hannover zu übergeben. Diese verschleppte Heinrich Fehrmann in das KZ Sachsenhausen.
Seit 22. Oktober 1941 war Heinrich Fehrmann Häftling im KZ Niederhagen bei Büren-Wewelsburg.
Zunächst ein Außenlager des KZ Sachsenhausen, dann selbstständig, zuletzt ein Außenlager des KZ Buchenwald, galt dieses KZ als besonders mörderisch.
Heinrich Fehrmann kam am 15. März 1942 im KZ Niederhagen ums Leben.
Laut einer email des Kreismuseums Wewelsburg vom 24. November 2022 weisen Recherchen darauf hin, dass ein Kapo Fehrmann erwürgt haben soll.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Feuer, Sigmund
wurde am 11. Juni 1903 in Augsburg geboren. Der Zahntechniker, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Hamburg, Grindelallee 139.
Seit 1937 als rassisch Verfolgter in Haft, wurde er zusammen mit anderen jüdischen Gefangenen am 7. August 1940 aus dem Zuchthaus Celle in das Zuchthaus Hameln verlegt. In den Celler Außenlagern Mulmshorn oder Lührsbockel hatten diese Männer Hunger und schwere Misshandlungen zu erleiden. In Hameln musste Feuer die letzten zwei Monate seiner Haftzeit, die am 2. Oktober 1940 endete, absitzen.
Anschließend wurde er dem Untersuchungsgefängnis Hamburg „zugeführt“. Welches Schicksal Feuer erlitt, ist unbekannt. Seine Deportation und ein mörderisches Ende zu einem späteren Zeitpunkt sind wahrscheinlich.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Fiedler, Wilhelm
wurde am 23. März 1906 in Möckern im Kreis Jerichow geboren. Der Kaufmann wohnte in Gahlen; zuletzt war er zur Wehrmacht eingezogen und tat Dienst beim Infanterie-Bataillon 6/337.
1940 von einem Kriegsgericht zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, wurde Fiedler am 17. Dezember 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Sechs Wochen später, am 28. Januar 1942 wurde er in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Wilhelm Fiedler starb nach dem Todesmarsch vom Zuchthaus Celle zum Zuchthaus Bützow-Dreibergen am 11. Mai 1945 in Dreibergen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Von Celle nach Bützow-Dreibergen


