Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
3. Die Opfer unter den ausländischen zivilen Zwangsarbeitern
sowie den Kriegsgefangenen
3.11 Die Opfer unter den Kindern
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Sudzinski, Wladislaw
wurde am 25. März 1945 in Osterode/Ostpreußen geboren. Seine Eltern, Wladislaw und Stefani Sudzinski, geb. Mazurek, derzeit polnische Zwangsarbeiter, lebten nach Kriegsende in einem Lager in Barsinghausen.
Das Kind starb am 23. September 1945 im „Ausweichkrankenhaus“ der Kinderheilanstalt Hannover in Nienstedt an „Kreislaufschwäche“ und wurde auf dem Friedhof Barsinghausen bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Nienstedt
Suschtschenko, Jurij
kam am 24. Dezember 1944 in Hameln als Frühgeburt zur Welt. Seine Mutter Olga kam vermutlich aus der Ukraine. Sie war im „Südlager“, Kuhbrückenstraße 17, untergebracht und musste in der Hamelner Rüstungsfabrik Domag arbeiten.
Der Säugling starb nach nur einem Tag, am 25. Dezember 1944, im Krankenhaus Hameln an „Lebensschwäche“ und wurde auf dem Deisterfriedhof, Abt. Kinderfriedhof, bestattet (Nord III /27).
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont
Szewesyk, Lucia
wurde am 13. Februar 1946 vermutlich in Hannover geboren, denn ihre Eltern lebten als ehemalige polnische Zwangsarbeiter im DP-Lager Hannover-Bothfeld, Baracke 4, Zimmer 22.
Das Kind, eine Frühgeburt, starb am 16. Februar 1946, drei Tage nach seiner Aufnahme, im „Ausweichkrankenhaus“ der Kinderheilanstalt Hannover in Nienstedt an einem Herzfehler und wurde auf einem nicht genannten Friedhof in Hannover bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Nienstedt
Szolmirowez, Wanda
wurde am 5. Dezember 1932 in Kaloschiza im Kreis Mogilew in Weißrußland geboren. Sie kam gemeinsam mit ihren Eltern, den Sowjetbürgern Paulina und Wincenty Szolmirowez, zur Futtermittel-Fabrik Granum in Hameln-Wangelist und musste dort vermutlich Zwangsarbeit leisten.
Zusammen mit ihrem Vater wurde das zwölfjährige Kind am 5. April 1945 beim Artilleriebeschuss Hamelns in einem Splittergraben bei der Tündernschen Warte tödlich verletzt. Wanda wurde mit ihrem Vater auf dem „alten Kriegsgefangenenfriedhof“ am Rande des Friedhofs Wehl in einem gemeinsamen Grab bestattet (Feld KGF D 18). Ihr Name und die Lebensdaten stehen – neben anderen – auf einer der Grabstelen, die der Volksbund in den 1950er Jahren setzen ließ.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont
Szymaniak, Christel
wurde am 7. Dezember 1944 im Stadtkrankenhaus Hameln geboren. Ihre Mutter Maria stammte aus Kleczczele im ostpolnischen Kreis Bielsk und musste seit November 1941 auf einem Hemeringer Bauernhof arbeiten, während ihr Vater, Andrzej Staszek, aus dem westpolnischen Kalisch kam und seit Mai 1940 Zwangsarbeit in Hemeringen leisten musste. Nach der Geburt wurde die Mutter nach Thüste versetzt, der Säugling wurde ins „Kinderlager“ Hemeringen verschleppt.
Von dort kam Christel ins Hamelner Stadtkrankenhaus, wo sie am 17. April 1945, keine fünf Monate alt, an „Ernährungsstörungen“ starb. Vermutlich wurde sie auf dem Friedhof Wehl bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hemeringen


