Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
3. Die Opfer unter den ausländischen zivilen Zwangsarbeitern
sowie den Kriegsgefangenen
3.11 Die Opfer unter den Kindern
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Szymanska, Maria
wurde am 26. August 1945 in Hameln geboren. Ihre Mutter Bronislawa stammte aus Kranow im Kreis Turek, Polen, und hatte seit März 1943 auf einem Hof in Lachem Zwangsarbeit leisten müssen.
Der Säugling starb am 13. November 1945 im Alter von knapp drei Monaten im DP-Lager Linsingen-Kaserne an Tuberkulose und „Ernährungsstörungen“ und wurde auf dem „alten Kriegsgefangenenfriedhof“ am Rande des Friedhofs Wehl bestattet (Feld KGF C 19). Ihr Name und die Lebensdaten stehen – neben anderen – auf einer der Grabstelen, die der Volksbund in den 1950er Jahren setzen ließ.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont
Tabsto, Lousia
wurde um den 8. Februar 1944 vermutlich in Hannover geboren, denn ihre Eltern, Zwangsarbeiter möglicherweise aus Polen, waren in Hannover im Hanomag-Lager Humboldtschule einquartiert.
Das Kind starb am 22. März 1945, zwei Monate nach seiner Aufnahme, im „Ausweichkrankenhaus“ der Kinderheilanstalt Hannover in Nienstedt an Tuberkulose und wurde auf einem nicht genannten Friedhof in Hannover bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Nienstedt
Tarachowicz, Janina
wurde am 1. Februar 1945 auf der Domäne Aerzen geboren. Ihre Eltern, die Sowjetbürger Efrosinja und Wladimir Tarachowicz, stammten aus Ljuban im Gebiet Polesje in Rußland. Zusammen mit vier Kindern mussten sie seit August 1944 auf der Domäne arbeiten.
Dort starb ihr fünftes Kind am 1. April 1945 im Alter von zwei Monaten und wurde auf dem örtlichen Friedhof bestattet (Grab-Nr. 461).
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont
Terenkow, Nikolaj
wurde am 8. Mai 1945 in Hameln geboren. Seine Mutter Anna stammte aus Malewka in Rußland. Die ehemalige Zwangsarbeiterin lebte derzeit in Hameln in der „Unterkunft Hauptbahnhof“.
Der Säugling starb nach nur einem Lebenstag, am 9. Mai, im Kreiskrankenhaus Wilhelmstraße in Hameln an „Lebensschwäche“. Ob das Kind auf dem Friedhof Wehl bestattet wurde, ist nicht bekannt.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont
Thibault, Bertrand
wurde am 28. September 1941 vermutlich in Hameln geboren. Die französische Mutter des Jungen, vermutlich eine Zwangsarbeiterin, stammte aus Grisy les Matres im Departement Seine et Oise. Der Vater, Bertram Keller, arbeitete als Offsetdrucker in Hameln und war offenbar Deutscher. Dieser erkannte die Vaterschaft an, eine Trauung war aber laut Kirchenbuch St. Augustinus wegen „überstaatlicher Hinderungsgründe“ nicht möglich.
Das Kind starb knapp zweijährig am 20. Juli 1943 in Hameln und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (Feld B I/38). Nach seiner Umbettung um 1975 auf Feld F II erhielt Bertrand einen beschrifteten Grabstein.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont


