Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Fortien, Lucien
Franzose, wurde am 8. Januar 1914 in Courteron im Departement Aube geboren. Der Maurer wohnte in Courteron, 12 Rue l'eglise. Zuletzt war er vermutlich als Zwangsarbeiter in Kiel-Elmshagen im Einsatz und musste im "Lager Süd 2" leben.
Im Juni 1943 nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, saß Fortien ab 30. Juni im Zuchthaus Hameln ein und wurde am 25. August 1943 in das Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen verlegt
Im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen kam Fortien mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus dem Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen am 2. November 1944 zurück in das Zuchthaus Hameln.
Lucien Fortien starb am 21. Februar 1945 im Zuchthaus. Er wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (Feld C I/12) und am 5. September 1950 in seine Heimat umgebettet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Franke, Paul
wurde am 27. November 1887 in Herne geboren. Der Bergmann wohnte in Wanne-Eickel, Hermann Göringstr. 169.
Als der KPD-Aktivist zusammen mit vielen anderen politischen Gefangenen am 8. November 1935 in Hameln eintraf, war die Strafanstalt gerade in ein Zuchthaus umgewidmet worden. Franke, der kurz zuvor aus politischen Gründen verurteilt worden war, verbüßte in Hameln den größten Teil seiner Strafe.
Mit seiner Entlassung am 19. Oktober 1937 nahm ihn die Hamelner Polizei in „Schutzhaft“. Ob er umgehend in einem KZ landete oder erst später, ist nicht bekannt. Seit 16. Februar 1945 war Franke Häftling im KZ Buchenwald, „Lager 2“. Franke starb kurz nach der Befreiung, am 16. Mai 1945, im Camp-Hospital an Typhus.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Franzen, Louis
Niederländer, wurde am 1. August 1924 in Dordrecht geboren. Sein Wohnort und sein Beruf sind unbekannt.
Vermutlich saß er als politischer Gefangener schon seit längerem in Haft. Wie viele niederländische „Politische“ kam Franzen im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus dem Zuchthaus Remscheid-Lüttringhausen am 2. November 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Franzen musste am 5. April 1945 am Todesmarsch vom Zuchthaus Hameln in das Zuchthaus-Außenlager Holzen teilnehmen. Bei Wegensen konnte er vor Erschöpfung der Marschkolonne nicht mehr folgen; daraufhin wurde Louis Franzen zusammen mit seinem niederländischen Leidensgenossen Sef van Megen und einem weiteren Niederländer - denunziert von Dorfbewohnern - von einer SS-Streife erschossen.
Louis Franzen wurde zunächst an Ort und Stelle begraben, im Herbst 1945 auf dem Gemeindefriedhof Dohnsen bestattet und im Frühjahr 1946 in seine Heimat überführt.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Von Hameln nach Holzen
Fredrix, Karl Franz
Belgier, wurde am 21. Oktober 1922 in Wilryk im Kreis Antwerpen geboren. Der Student wohnte in Antwerpen, Kortemarktstr. 20.
Fredrix war 1941 als „Nacht- und Nebel“-Gefangener heimlich festgenommen und nach Deutschland verschleppt worden. Hier wurde er am 13. Oktober 1942 wegen „kommunistischer Umtriebe“ zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt und am 11. November 1942 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Bei der Eingangsuntersuchung diagnostizierte der Anstaltsarzt Tbc und wies Fredrix direkt ins Lazarett ein. Der Antrag des Anstaltsarztes auf Einlieferung in eine Lungenklinik fand kein Gehör.
Karl Franz Fredrix starb nach einem Monat, am 16. Dezember 1942, im Zuchthaus-Lazarett. Weil seine Haft weiterhin Geheimsache war, erhielten seine Angehörigen keine Todesnachricht. Karl Franz Fredrix wurde am 19. Dezember 1942 auf dem Friedhof Wehl bestattet (F II/216) und am 18. November 1948 in seine Heimat umgebettet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Freitag, Johannes
wurde am 5. März 1883 in Ahrbergen im Kreis Sarstedt geboren. Der Maurer wohnte in Ahrbergen, Dorfstr. 119.
Seit Ende 1939 in Haft und am 2. Dezember 1943 nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Freitag am 19. Januar 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Johannes Freitag starb am 18. April 1944 im Stadtkrankenhaus Hameln, in das er vermutlich wegen einer schweren Erkrankung verlegt worden war. Er dürfte auf dem Friedhof Wehl bestattet worden sein.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln


