Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

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Fromme, Karl

wurde am 8. April 1892 in Einbeck geboren. Der Postfacharbeiter wohnte in Hannover, Karolinenstr. 15.
Am 5. Juli 1940 nach „Kriegssonderstrafrecht“ zu einer langjährigen Freiheitsstrafe verurteilt, kam Karl Fromme am 7. August 1940 zur Strafverbüßung in das Zuchthaus Hameln.
Nach acht Monaten, am 6. April 1941, wurde er in das Zuchthaus Celle verlegt.
Karl Fromme starb am 24. Februar 1943 im dortigen Zuchthaus-Lazarett.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Celle

Furtwängler, Walter

wurde am 25. November 1903 in Stadthagen geboren. Der Autovermieter wohnte in Stadthagen, Am Kirchhof 6.
Kurz zuvor verurteilt, wurde Furtwängler am 22. Dezember 1937 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und blieb dort bis zum Haftende am 3. September 1940.
An diesem Tag „übergab“ ihn die Zuchthausverwaltung an die Polizei Hameln; die wiederum „überführte“ ihn anderntags an die Gestapo Hannover. Seit 8. November 1940 war Furtwängler Häftling im KZ Sachsenhausen. Dort kam er am 30. Dezember 1940 ums Leben.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Gaenzel, Erich

wurde am 16. Februar 1915 in Warschau geboren. Der Arbeiter, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Berlin, Hirtenstr. 12a.
Seit 1939 in Haft, wurde er am 17. Dezember 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und knapp ein Jahr später, am 13. November 1942, mit einem vielköpfigen Transport zumeist jüdischer Langzeit-Gefangener für die letzten Monate seiner Strafzeit in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Nach Ablauf seiner Strafe, am 20. März 1943, kam Gaenzel aber nicht frei, sondern wurde in ein Berliner Gestapogefängnis verschleppt, um am 28. Juni 1943 in das KZ Auschwitz deportiert zu werden. Gaenzel dürfte zu den Tausenden von Häftlingen gehört haben, die im Januar 1945 auf Todesmärschen Richtung Westen getrieben wurden, denn am 26. Januar 1945 wurde er im KZ Buchenwald als Insasse registriert. Gaenzel gilt als verschollen.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Gansemans, Corneille

Belgier, wurde am 2. Juni 1898 in Brüssel-Uccle geboren. Der Bankbeamte wohnte in Brüssel-Woluwé-Saint-Lambert, Avenue du Couronnement 104.
Als Mitglied einer Brüsseler Widerstandsgruppe engagierte sich Corneille Gansemans seit 1. August 1940 bei der Verbreitung der im Untergrund erscheinenden konservativen Zeitung „La Libre Belgique“ und anderer besatzerfeindlicher Blätter; auch soll er an Spionageaktivitäten beteiligt gewesen sein. Die Geheime Feldpolizei nahm ihn am 10. Juli 1942 bei „Nacht und Nebel“ fest und sperrte ihn in das zentrale deutsche Wehrmachtsgefängnis Brüssel-St. Gilles.
Am 19. Dezember 1942 wurde Corneille Gansemans heimlich nach Deutschland in das Gefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Corneille Gansemans mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus Bochum in das Zuchthaus Hameln. Für NN-Gefangene bestand auch in Hameln eine strenge Isolationshaft mit Informations- und Kontaktverbot.
Am 29. April 1944 wurde Corneille Gansemans zusammen mit knapp 70 Belgiern und Franzosen des genannten Transports in das von alliierten Bomben nicht bedrohte Zuchthaus Groß Strehlitz in Oberschlesien weiterverlegt, den zentralen Zielort für NN-Verschleppte seit Frühjahr 1944 und bis zur Deportation in KZs im Herbst 1944.
Mit Räumung dieses Zuchthauses am 30. Oktober 1944 vor der herannahenden Roten Armee wurde Gansemans auf einen mörderischen Todesmarsch zum KZ Groß Rosen in Niederschlesien gezwungen, den er wie viele seiner zumeist belgischen Leidensgenossen nicht lange überlebte.
Corneille Gansemans starb am 13. Januar 1945 im KZ Groß Rosen.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Groß Strehlitz

Garshagen, Emil Louis

wurde am 12. April 1881 in Hagen/Westfalen geboren. Der Elektriker wohnte in Hüls im Kreis Recklinghausen.
Kurz zuvor nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Garshagen am 24. Mai 1944 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Emil Louis Garshagen starb am 15. Januar 1945 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (Feld C I/30).

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln