Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

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Gmeiner, Paul

wurde am 16. November 1885 in Crimmitschau im Kreis Zwickau geboren. Der gelernte Dreher und Landtagsabgeordnete wohnte in Braunschweig, Autorstr. 15.
Als führender KPD-Funktionär seit 1933 in Haft, wurde Gmeiner am 14. November 1935 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Nach dem Ende seiner Strafzeit am 11. Mai 1936 von der Hamelner Polizei in „Schutzhaft“ genommen, wird er wenig später der Gestapo Braunschweig ausgeliefert worden sein. Ab 1. Juli 1936 war Gmeiner Häftling in Dachau und ab 1. September 1939 im KZ Sachsenhausen. Dort kam er am 18. April 1944 ums Leben.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Gnuschke, Julius

wurde am 12. Januar 1896 in Dortmund geboren. Der Maler wohnte in Dortmund-Brakel, Kreuzweg 81.
Einige Monate zuvor verurteilt, wurde Gnuschke am 23. September 1939 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und am 6. April 1941 in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Nach Ablauf seiner Strafzeit, am 26. September 1941, nahm ihn die Polizei Celle in „Schutzhaft“. Gnuschke wurde am 15. August 1942 im KZ Dachau ums Leben gebracht.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Göcken, Eberhard

wurde am 25. Oktober 1868 in Kirchdorf im Kreis Aurich geboren. Der Tischlermeister wohnte in Aurich, Esenerstr. 13.
Am 18. September 1934 zu einer drastischen Freiheitsstrafe verurteilt, kam Eberhard Göcken am 13. Juli 1937 aus dem Gefängnis Hannover in das Zuchthaus Hameln.
Nach knapp dreijährigem Aufenthalt wurde er am 6. April 1941 in das Zuchthaus Celle verlegt.
Eberhard Göcken starb am 6. Juni 1943 im Zuchthaus Celle.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Celle

Gödde, Albert

wurde am 1. Juli 1900 in Bielefeld geboren. Der Gärtner wohnte in Bielefeld, Goldstr. 10.
Seit 1937 als politischer Gefangener in Haft, wurde Gödde am 15. März 1938 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert, um hier bis zum Ende seiner Strafzeit einzusitzen.
Am Tage seiner Haftentlassung, dem 28. November 1940, nahm ihn die Polizei Hameln in „Schutzhaft“ und lieferte ihn am 4. Dezember 1940 der Gestapo Bielefeld aus. Von Bielefeld wurde Gödde über das Männerlager des KZ Ravensbrück nach Auschwitz verschleppt. Seit 18. Januar 1943 im „Häftlingskrankenbau“, starb Gödde am 22. Januar 1943.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Gödeken, Hinrich

wurde am 30. Juni 1907 in Emden geboren. Der Hafenarbeiter wohnte in Emden, Auf dem Spieker 9.
Als KPD-Aktivist kurz zuvor verurteilt, wurde Hinrich Gödeken am 25. Oktober 1938 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert, wo er bis zum Ende seiner Haft am 1. Februar 1942 verblieb.
An diesem Tag nahm ihn die Polizei Hameln in „Schutzhaft“ und brachte ihn bis zu seinem Abtransport drei Tage später im Gerichtsgefängnis unter.
Die nächste Station war das Polizeigefängnis Wilhelmshaven, wo Gödeken noch einmal von seiner Familie besucht werden durfte. Anschliessend wurde er in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Seit 25. November 1944 war Hinrich Gödeken Häftling im KZ Neuengamme. Gesundheitlich schwer beeinträchtigt, hatte er sich selbst um diese Verlegung bemüht, um näher an seiner Heimat Emden zu sein.
Hinrich Gödeken gehörte zu den KZ-Häftlingen, die seit ihrer „Evakuierung“ auf die „Cap Arcona', die die Briten im Mai versehentlich bombardierten, auf der Ostsee verschollen sind. Als Todesdatum gilt der 3. Mai 1945.
Im Oktober 2012 wurde in Emden in der Straße Auf dem Spieker ein Stolperstein verlegt, der an Hinrich Gödeken erinnert.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ