Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

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Gross, Albert Viktor

wurde am 6. Januar 1873 in Arfurt im Kreis Limburg/Lahn geboren. Der Maurergeselle wohnte in Lüstringen Nr. 25 bei Osnabrück.
Seit Mai 1943 in Haft, wurde Gross am 1. September 1943 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Albert Gross starb am 17. August 1944 im Zuchthaus-Lazarett, in dem er vier Monate gelegen hatte. Er wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (F I/143).

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln

Guilini, Jean

Belgier, wurde am 29. Juni 1912 in Blankenberge geboren. Der Gastwirt wohnte in Blankenberge.
Als Widerstandskämpfer vermutlich 1942 verhaftet, wurde Jean Guilini als NN-Gefangener heimlich nach Deutschland in das Untersuchungsgefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Jean Guilini mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen aus Bochum in das Zuchthaus Hameln.
Am 22. September 1943 wurde Jean Guilini zusammen mit seinen belgischen Leidensgenossen Robert Claeys und Edmond de Snerk über das Gefängnis Magdeburg in das Zuchthaus Brandenburg weiterverlegt. Der Berliner „Volksgerichtshof“ verurteilte Jean Guilini wegen Spionage zum Tode.
Jean Guiline wurde am 22. Mai 1944 in der Hinrichtungsstätte des Zuchthauses Brandenburg mit dem Fallbeil getötet.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Brandenburg

Gundlach, Adolf August Wilhelm

wurde am 11. Januar 1871 in Hann.-Münden geboren. Der Invalide wohnte in Osterode/Harz, Agenkebreite 13.
Kurz zuvor verurteilt, wurde Gundlach am 16. Oktober 1940 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Adolf Gundlach starb am 22. März 1942 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln

Gusejnow, Musa

Sowjetbürger vermutlich aserbeidschanischer Nationalität, wurde 1917 in Kirowabad im Bezirk Baku in der Sowjetrepublik Aserbeidschan geboren. Der Elektromonteur wohnte in Kirowabad. Er dürfte entweder Zwangsarbeiter oder Kriegsgefangener bzw. Angehöriger einer Hilfstruppe der Wehrmacht gewesen sein.
Seit 1943 in Haft, kam Gusejnow am 15. Februar 1945 im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Osten mit einem vielköpfigen Sammeltransport in das Zuchthaus Hameln, vermutlich aus dem Zuchthaus Brandenburg oder einer weiter östlich – so auch im besetzten Polen – gelegenen Strafanstalt. Gusejnow gehörte zu den über 40 Teilnehmern, die den Transport nicht lange überlebten.
Musa Gusejnow starb am 29. März 1945 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg in einem doppelt belegten Grab bestattet (Feld C I/70).

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln

Gutowski, Friedrich

wurde am 6. Januar 1906 in Regelnitzen im Kreis Lyck/Ostpreußen geboren. Der Bote wohnte in Harburg-Wilhelmsburg, Grenzweg 22.
Gutowski hatte bereits als politischer Gefangener zwischen 1934 und 1935 fast ein Jahr lang im derzeitigen Gefängnis Hameln eingesessen, bevor er das KZ-ähnliche Straflager Brual-Rhede im Emsland erdulden musste.
1943 wiederum aus politischem Grund („Wehrkraftzersetzung“) verurteilt, wurde Gutowski am 8. August 1944 mit einem Sammeltransport von 100 Gefangenen aus dem Celler in das Hamelner Zuchthaus verlegt.
Wie die Mehrzahl der Transportteilnehmer kam Gutowski unverzüglich in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz; diesen überlebten mindestens 36 Mann der Erstbelegung nicht lange. Die erlittenen Strapazen ließen Gutowski bald erkranken, so dass er vermutlich bald als "nicht außenarbeitsfähig" nach Hameln zurückversetzt wurde.
Er dürfte am 27. März 1945 von Hameln mit einem vielköpfigen Sammeltransport in das Zuchthaus Celle weiterverlegt worden sein.
Friedrich Gutowski starb nach dem Todesmarsch vom Zuchthaus Celle zum Zuchthaus Bützow-Dreibergen am 17. April 1945 in Dreibergen.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Von Celle nach Bützow-Dreibergen