Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Gutzmann, Ludwig
wurde am 12. Januar 1902 im polnischen Schubin geboren. Der Hilfsarbeiter wohnte in Essen-Borbeck, Rechtsstr. 8.
Seit 1935 als politischer Gefangener in Haft, wurde Gutzmann am 16. Juli 1937 in das Zuchthaus Hameln gebracht und hier bis zum Ende seiner Haftzeit am 30. August 1941 festgehalten.
Am Entlassungstag holte ihn die Polizei Hameln ab und lieferte ihn als „Schutzhaftgefangenen“ in das Gerichtsgefängnis ein. Nach vier Tage wurde Gutzmann an die Gestapo Essen ausgeliefert. Spätestens seit November 1941 Häftling im KZ Sachsenhausen, starb Gutzmann am 5. Januar 1945 an Tuberkulose.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Guyot, René
Franzose, wurde am 14. Dezember 1888 in Belfort geboren. Der Staatsangestellte wohnte in Belfort.
Vermutlich war Guyot Widerstandskämpfer und saß schon seit längerem in Haft.
Wie viele ausländische „Politische“ kam Guyot im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem großen Sammeltransport aus dem Gefängnis Bochum am 22. März 1945 in das Zuchthaus Hameln.
René Guyot dürfte am 5. April 1945 auf den Todesmarsch von Hameln nach Holzen gezwungen worden sein, denn er starb nach der Befreiung am 10. April 1945 im vormaligen Zuchthaus-Außenlager Holzen. René Guyot wurde zunächst auf dem Gemeindefriedhof Holzen bestattet, vermutlich 1946 jedoch in seine Heimat umgebettet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Von Hameln nach Holzen
Haering, Vladimir
Tscheche, wurde am 24. Juni 1882 in Beneschov bei Prag geboren. Der Arzt wohnte in Prag, Korngasse 53.
Anfang 1940 als Widerstandskämpfer verhaftet, wurde Haering am 13. Januar 1942 zu einer hohen Freiheitsstrafe verurteilt. Zur deren Verbüßung kam er am 4. Februar 1942 zusammen mit weiteren tschechischen politischen Gefangenen in das Zuchthaus Hameln.
Vladimir Haering starb am 2. November 1942 im Stadtkrankenhaus Hameln, in das er vermutlich wegen einer schweren Erkrankung gekommen war. Er dürfte auf dem Friedhof Wehl bestattet worden sein.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Hamester, Emil
wurde am 23. Dezember 1894 in Friedrichskoog geboren. Der Landarbeiter wohnte in Friedrichskoog.
Am 2. Februar 1944 nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, verbrachte Emil Hamester die ersten Monate seiner Zuchthaus-Gefangenschaft in Celle.
Am 8. August 1944 wurde er mit einem Transport von 100 Gefangenen in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Wie die Mehrzahl der Transportteilnehmer kam er in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz; diesen überlebten mindestens 36 Mann der Erstbelegung nicht lange. Noch im August 1944 erkrankte Emil Hamester, so dass er wohl als nicht „außenarbeitsfähig“ zurück nach Hameln gebracht wurde.
Anschließend musste er als Mitglied eines Außenkommandos in der Rüstungsfabrik Domag Schwerstarbeit verrichten.
Emil Hamester gehörte einem knapp 20köpfigen Transport vor allem vormaliger Celler Häftlinge an, der am 18. Januar 1945 von Hameln zum Zuchthaus Celle abging.
Emil Hamester starb am 21. März 1945 im Zuchthaus Celle, womöglich infolge der auf den beiden Außenkommandos erlittenen Strapazen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Celle
Hänselmann, Walter
wurde am 6. März 1904 in Hamburg geboren. Der Maler wohnte in Hannover, Hainhölzerstr. 29a.
Mit Beginn seiner Haftstrafe wurde Hänselmann am 29. Oktober 1935 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am Tag seiner Entlassung, am 25. Mai 1938, nahm ihn die Hamelner Polizei in „Vorbeugehaft“. Dass Hänselmann anschließend in die Gewalt der Gestapo Hannover kam, lässt sich vermuten. Am 27. November 1938 verzeichnete ihn das KZ Mauthausen als Neuzugang, ein gutes Jahr später, am 12. März 1940, wurde er hier ums Leben gebracht.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ


