Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Hansen, Prosper
Luxemburger, wurde am 4. Juni 1888 in Beckerich im Kanton Redingen geboren. Der Schlossergeselle wohnte in Obercorn bei Differingen, Industriestr. 53.
Prosper Hansen wurde 1943 wegen Beihilfe zur Fahnenflucht verhaftet und Anfang 1944 verurteilt. Zur Strafverbüßung wurde er von Luxembourg zunächst in das Zuchthaus Rheinbach bei Bonn und wenig später in das Zuchthaus Siegburg gebracht. Im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen kam Hansen mit einem Sammeltransport – womöglich mit Zwischenstationen – am 5. Oktober 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Prosper Hansen starb am 6. März 1945 im Zuchthaus. Er wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (Feld C I/14) und am 13. Februar 1947 nach Luxembourg umgebettet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Hartkopf, Hans
wurde am 26. April 1921 in Elmenhorst im Kreis Lauenburg geboren. Der Fleischer wohnte in Elmenhorst.
Seit Anfang 1944 in Haft, wurde Hartkopf am 8. August 1944 mit einem Sammeltransport von 100 Gefangenen aus dem Celler in das Hamelner Zuchthaus verlegt.
Wie die Mehrzahl der Transportteilnehmer kam er unverzüglich in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz; diesen überlebten mindestens 36 Mann der Erstbelegung nicht lange. Die erlittenen Strapazen ließen Hartkopf erkranken und dürften ihn nachhaltig geschwächt haben.
Hans Hartkopf starb am 18. November 1944 im Zuchthaus-Außenlager Holzen und wurde zunächst auf dem Gemeindefriedhof in Holzen bestattet, im Oktober 1946 jedoch auf den dortigen "Ehrenfriedhof" umgebettet (3. R. Nr. 7).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Außenlager Holzen
Hartmann, Bernhard
wurde am 2. Mai 1892 in Gütersloh im Kreis Wiedenbrück geboren. Der Arbeiter wohnte in Gütersloh, Brockweg 110.
Seit Anfang 1941 in Haft und am 23. April 1941 nach „Kriegssonderstrafrecht“ verurteilt, wurde Hartmann am 7. Mai 1941 in das Zuchthaus Hameln verlegt. Er kam auf verschiedenen Außenarbeitsstellen des Zuchthauses in Hameln und außerhalb der Stadt zum Einsatz.
Bernhard Hartmann verunglückte am 14. Dezember 1943 auf einer Außenarbeitsstelle in Hannover tödlich, indem er bei Dachdeckerarbeiten am Gefängnis Hannover abstürzte.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Hauser, Josef
Schweizer, wurde am 4. September 1904 in Niederuzwil im Kanton St. Gallen geboren. Der Bäcker wohnte in Schwerzen im badischen Kreis Waldshut.
Seit 1942 in Haft, wurde Hauser am 8. August 1944 mit einem Sammeltransport von 100 Gefangenen aus dem Celler in das Hamelner Zuchthaus verlegt.
Wie die Mehrzahl der Transportteilnehmer kam er unverzüglich in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz. Die erlittenen Strapazen ließen Hauser erkranken und dürften ihn nachhaltig geschwächt haben.
Josef Hauser kam auf dem Todesmarsch vom Zuchthaus-Außenlager Holzen zum Zuchthaus Bützow-Dreibergen am 13. April 1945 in Bad Liebenwerda ums Leben.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Von Holzen nach Bützow-Dreibergen
Hausmann, Fritz
wurde am 6. Oktober 1901 in München geboren. Der Kaufmann, der jüdischen Glaubens war, wohnte in München, Walchenseeplatz.
Als rassisch Verfolgter seit 1938 in Haft, wurde er zusammen mit anderen jüdischen Gefangenen am 7. August 1940 aus dem Zuchthaus Celle in das Zuchthaus Hameln verlegt. In den Celler Außenlagern Mulmshorn oder Lührsbockel hatten diese Männer Hunger und schwere Misshandlungen zu erleiden.
Am Tag seiner Entlassung, dem 16. August 1941, wurde Hausmann von der Polizei Hameln in für die Gestapo München in „Schutzhaft“ genommen und nach vier Tagen im Gerichtsgefängnis „auf Transport" nach München gesetzt. Von München erfolgte am 3./4. April 1942 seine Deportation in das Ghetto Piaski. Dort ist Hausmann verschollen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ


