Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

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Hemery, Jean

Franzose, wurde am 22. September 1917 in Paris, 14. Arrondissement, geboren. Der Maurer wohnte in Beny-Bocage im Departement Calvados.
Am 9. Mai 1944 von einem Kriegsgericht verurteilt, kam Hemery im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Westen mit einem vielköpfigen Sammeltransport aus dem Zuchthaus Rheinbach bei Bonn am 16. September 1944 in das Zuchthaus Hameln.
Bald nach seiner Ankunft wurde Hemery in das Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz gebracht. Die erlittenen Strapazen ließen ihn erkranken und dürften ihn nachhaltig geschwächt haben.
Jean Hemery starb nach dem Todesmarsch vom Zuchthaus-Außenlager Holzen zum Zuchthaus Bützow-Dreibergen am 22. April 1945 in Bützow.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Von Holzen nach Bützow-Dreibergen

Hemmerling, Georg Emil Walter

wurde am 11. Mai 1893 Lindow im Kreis Oststernberg geboren. Der Gastwirt wohnte in Hohenneuendorf im Kreis Niederbarnim, Kiegernallee 56.
Grund und Zeitpunkt seiner Inhaftierung sind nicht bekannt.
Hemmerling kam im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Osten am 15. Februar 1945 mit einem vielköpfigen Sammeltransport in das Zuchthaus Hameln, vermutlich aus dem Zuchthaus Brandenburg oder einer weiter östlich – so auch im besetzten Polen – gelegenen Strafanstalt. Hemmerling gehörte zu den über 40 Teilnehmern, die den Transport nicht lange überlebten.
Georg Hemmerling starb noch am Tag seiner Ankunft, am 15. Februar 1945, im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (Feld C I/59).

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln

Hennemont, Georges

Belgier, wurde am 15. Mai 1899 in Verviers, Provinz Lüttich, geboren. Der Lagerverwalter wohnte in Andrimont in der Provinz Lüttich, rue Albert Serclases 67. Er war verheiratet und hatte einen Sohn.
Georges Hennemont war seit 15. März 1942 ein sehr aktives Mitglied einer Vorläufergruppe der „armée secrète“, der größten, konservativen Widerstandsorganisation Belgiens: Er war an der Rekrutierung neuer Mitglieder und der Verbreitung von Untergrund-Zeitungen ebenso beteiligt wie an Sabotageaktionen gegen die Stromversorgung der Besatzungsmacht.
Deshalb sowie wegen Waffen- und Sprengstoffbesitzes nahm die Geheime Feldpolizei aus Lüttich Georges Hennemont in seiner Wohnung am 22. Mai 1942 bei „Nacht und Nebel“ fest und brachte ihn in das Besatzer-Gefängnis der Zitadelle Lüttich.
Über das deutsche Wehrmachtsgefängnis Lüttich-St.-Leonard wurde Georges Hennemont am 18. November 1942 heimlich nach Deutschland in das Gefängnis Bochum verschleppt.
Am 22. Mai 1943 kam Georges Hennemont mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen in das Zuchthaus Hameln. Für NN-Gefangene bestand auch in Hameln eine strenge Isolationshaft mit Informations- und Kontaktverbot.
Am 29. April 1944 wurde Georges Hennemont zusammen mit knapp 70 Belgiern und Franzosen des genannten Transports in das von alliierten Bomben nicht bedrohte Zuchthaus Groß Strehlitz in Oberschlesien weiterverlegt, den zentralen Zielort für NN-Verschleppte seit Frühjahr 1944 und bis zur Deportation in KZs im Herbst 1944.
Mit Räumung dieses Zuchthauses am 30. Oktober 1944 vor der herannahenden Ostfront wurde Georges Hennemont auf einen mörderischen Todesmarsch zum KZ Groß Rosen in Niederschlesien gezwungen, den er wie Hunderte seiner vornehmlich belgischen Leidensgenossen nicht überlebte.
Georges Hennemont starb am 8. Januar 1945 im KZ Groß Rosen.

Nach Auskunft der Familie hatte Georges Hennemont zwei Söhne; der ältere Sohn, Roger, war ebenfalls im Widerstand und wurde zusammen mit seinem Vater verhaftet und wie dieser nach Deutschland verschleppt. Er überlebte das KZ Dachau und kehrte nach der Befreiung zurück in seine Heimat. Roger Hennemont starb im Dezember 2015 (Roberte van Houte, email vom 7. Februar 2016).

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Groß Strehlitz

Hennigs, Gustav

wurde am 4. Juni 1884 in Dollbergen im Kreis Burgdorf geboren. Der Heizer wohnte in Dollbergen Nr. 134.
Erst seit kurzem in Haft, wurde Hennigs am 7. August 1940 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am 17. April 1942, dem Tag seiner Entlassung, übergab ihn das Zuchthaus an die Polizei Hameln, die ihn als „Schutzhäftling“ für fünf Tage in das Gerichtsgefängnis brachte, um ihn dann an die Gestapo Lüneburg zu „überführen“. Später wurde Hennigs in das KZ Sachsenhausen verschleppt, wo er bis zum 1. Oktober 1944 festgehalten worden sein soll. Ob Hennings zu diesem Zeitpunkt ums Leben kam, ist unbekannt. Er gilt als verschollen.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Henning, Friedrich

wurde am 11. März 1893 in Niedergebra in Thüringen geboren. Er war Schiffszimmermann, sein Wohnort ist unbekannt.
Grund und Zeitpunkt seiner Inhaftierung sind ebenfalls nicht bekannt.
Henning kam im Zuge der Räumung frontnaher Strafanstalten im Osten am 15. Februar 1945 mit einem vielköpfigen Sammeltransport in das Zuchthaus Hameln, vermutlich aus dem Zuchthaus Brandenburg oder einer weiter östlich – so auch im besetzten Polen – gelegenen Strafanstalt. Henning gehörte zu den über 40 Teilnehmern, die den Transport nicht lange überlebten.
Friedrich Henning starb nach der Befreiung am 10. April 1945 im Zuchthaus und wurde am 17. April 1945 auf dem Friedhof Wehl ohne Sarg in einem doppelt belegten Grab bestattet (Feld C I/125).

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Hameln