Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

2.  Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln

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Hertegant, Emil

Belgier, wurde am 22. August 1919 in Berlaere geboren. Der Student wohnte in Berlaere, Daaldreef 10.
Als Widerstandskämpfer und Mitglied der „Belgischen Freiwilligen Legion“ in Ostflandern bei „Nacht und Nebel“ verhaftet und heimlich nach Deutschland verschleppt, kam Emil Hertegant in einer Gruppe von 13 belgischen NN-Gefangenen über das Strafgefängnis Vechta am 15. September 1943 in das Zuchthaus Hameln.
Der Berliner „Volksgerichtshof“ verurteilte Hertegant und 20 andere belgische NN-Gefangene aus Hameln zwischen dem 20. und 22. Oktober wegen „Feindbegünstigung“ und teils wegen „Freischärlerei“ zum Tode.
Anschließend nach Hameln zurückverlegt, wurden die 21 Männer am 9. November 1943 zur Hinrichtung in das Zuchthaus Brandenburg gebracht.
Emil Hertegant war einer von fünf Männern, die als erste am 15. November 1943 mit dem Fallbeil getötet wurden.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Brandenburg

Hertz, Kurt

wurde am 29. August 1909 in Beckum geboren. Der Handlungsgehilfe, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Bremen, Werderstr. 21.
Kurz nach seiner Verurteilung als rassisch Verfolgter wurde Hertz in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und nach mehr als zwei Jahren vor Ort in das Zuchthaus Celle verlegt. E kam in das Zuchthaus-Außenlager Mulmshorn, in dem KZ-ähnliche Zustände geherrscht haben sollen.
Nach Haftende am 10. August 1940 wurde Hertz in das KZ Sachsenhausen verschleppt, wo er wenig später, am 28. September 1940, ums Leben kam.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Herz, Walter

wurde am 15. April 1910 in Fürth/Bayern geboren. Der Maschinenschlosser, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Berlin, Eislebenerstr. 7.
Seit 1937 als politischer Gefangener und rassisch Verfolgter in Haft, wurde er zusammen mit anderen jüdischen Gefangenen am 7. August 1940 aus dem Zuchthaus Celle in das Zuchthaus Hameln verlegt. In den Celler Außenlagern Mulmshorn oder Lührsbockel hatten diese Männer Hunger und schwere Misshandlungen zu erleiden. In Hameln blieb Herz bis zu seinem Haftende am 18. November 1940.
Am Entlassungstag nahm ihn die Polizei Hameln in „Schutzhaft“ und sperrte ihn bis zu seinem Abtransport zur Gestapo Magdeburg am 20. November 1940 in das Hamelner Gerichtsgefängnis. Aus Magdeburg wurde Hertz am 22. Januar 1941 in das KZ Buchenwald verschleppt, sodann am 7. Juli 1942 in das KZ Dachau und zuletzt in das KZ Mauthausen. In der „Tötungsanstalt“ Hartheim wurde Hertz am 7. Oktober 1942 ermordet.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Heß, Jonas

wurde am 15. Februar 1894 in Birstein im Kreis Gelnhausen geboren. Der Bankbeamte, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Frankfurt/Main.
Seit 1938 in Haft, wurde Heß am 22. Mai 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und, ein halbes Jahr später in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Offenbar noch vor dem Ablauf seiner Strafe, am 3. April 1942, wurde er in die „Heil- und Pflegeanstalt Erlangen“ gebracht. Wenig später, am 12. Juni 1942 war Heß Häftling im KZ Mauthausen. Hier wurde er am 15. Mai 1942 ermordet – „auf der Flucht erschossen“.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ

Heymann, Willi

wurde am 9. Februar 1888 in Hundbach im Kreis Bad Kreuznach geboren. Der Kaufmann, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Berlin, Nürnbergerstr. 24,
Als rassisch Verfolgter seit einem halben Jahr in Haft, wurde Heymann am 17. Dezember 1941 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert und nach fast einem Jahr, am 13. November 1942, mit einem vielköpfigen Transport zumeist jüdischer Langzeit-Gefangener in das Zuchthaus Celle weiterverlegt.
Am 22. Mai 1943, lange vor dem Ablauf seiner Freiheitsstrafe, überließ ihn die Justiz der Gestapo, die ihn zusammen mit weiteren 18 anderen jüdischen Häftlingen nach Auschwitz deportierte. Heymann dürfte zu den Tausenden von Häftlingen gehört haben, die im Januar 1945 auf Todesmärschen Richtung Westen getrieben wurden. So erreichte er am 2. Februar 1945 das KZ Sachsenhausen und am 16. Februar 1945 das KZ Mauthausen. Im Außenlager Ebensee bei Gmünden (Oberösterreich), dessen Insassen für die Firma „Solvay-Zement“ schuften mussten, kam Heymann am 22. April 1945 ums Leben.

Gruppenzugehörigkeit:  Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ