Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Hoffmann, Max
wurde am 16. Juni 1909 in Berlin geboren. Der Konditor, der jüdischen Glaubens war, wohnte in Oberstdorf, Tretteichstr.
Seit 1938 als rassisch Verfolgter in Haft, wurde er zusammen mit anderen jüdischen Gefangenen am 14. August 1940 aus dem Zuchthaus Celle in das Zuchthaus Hameln verlegt. In den Celler Außenlagern Mulmshorn oder Lührsbockel hatten diese Männer Hunger und schwere Misshandlungen zu erleiden. Hoffmann saß in Hameln bis zum Ende seiner Strafzeit am 22. Dezember 1940 ein.
Ob er an seinem Entlassungstag dem Zugriff der Gestapo bzw. der Polizei Hameln zum Opfer fiel, ist nicht bekannt.
Später jedenfalls geriet Hoffmann in die Fänge der Gestapo, die ihn am 19. April 1943 von Berlin aus in das Vernichtungslager Auschwitz deportierte. Der Tag seines Todes ist nicht bekannt.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Höhmann, Johann Franz
wurde am 6. Mai 1911 in Duisburg geboren. Der Bergarbeiter wohnte in Duisburg, Am Weidenkampe 36.
Seit 1940 saß Höhmann in Haft. Nachdem er das KZ-ähnliche Straflager Esterwegen im Emsland erduldet hatte, wurde er am 6. August 1941 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Johann Franz Höhmann starb am 17. November 1944 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (F I/105).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Hollfuß, Heinrich
wurde am 13. Juli 1901 in Danzig geboren. Der Landarbeiter wohnte in Stauffenburg im Kreis Gandersheim.
Seit kurzem als politischer Gefangener in Haft, wurde Hollfuß am 7. Februar 1940 in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am 3. Oktober 1941, seinem Entlassungstag, wurde er von der Polizei Hameln im Zuchthaus abgeholt, als „Polizeigefangener“ in das Gerichtsgefängnis gebracht, um dort fünf Tage auf seinen Abtransport in das „Sonderlager“ Watenstedt bei Salzgitter zu warten. Von diesem mörderischen Lager der Gestapo Braunschweig wurde Hollfuß in das KZ Sachsenhausen verschleppt. Er starb im KZ am 18. Juni 1942.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Homberg, Max
wurde am 26. November 1896 in Düsseldorf geboren. Der Schlosser wohnte in Brandenburg-Neustadt, Heidestr. 47.
Seit 1940 in Haft, wurde Homberg am 18. Februar 1942 für ein halbes Jahr in das Zuchthaus Hameln eingeliefert.
Am 24. August 1942, dem Tag seiner Entlassung, nahm ihn die Polizei Hameln fest zwecks „Überführung“ in ein Gestapogefängnis in Berlin am 28. August. Die Gestapo wird Homberg bald in ein KZ verschleppt haben. Homberg wurde am 31. Januar 1945 im KZ Sachsenhausen ums Leben gebracht.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Gestapogefängnis-Ghetto-KZ
Hommes, Wilhelm,
wurde am 24. Oktober 1925 in Düsseldorf geboren. Der Landmessergehilfe wohnte in Düsseldorf, Bolkerstr. 24. Vor seiner Verhaftung war er als Rekrut in einer Kaserne bei Lemgo stationiert.
Im Winter 1943/44 verließ Hommes aus Heimweh einmal mehr ohne Erlaubnis die Kaserne und hielt sich tagelang in einer Scheune versteckt. In der Winterkälte erfroren ihm beide Füße, so dass ihm nach Wiederergreifung beide Unterschenkel amputiert wurden. Da Hommes keine Prothesen erhielt bzw. nicht vertrug, war der 18-Jährige zum Pflegefall geworden.
Ein Bielefelder Kriegsgericht verurteilte ihn wegen „unerlaubter Entfernung“ (von seiner Dienststelle, d.Verf.) am 8. Juni 1944 zu einer langjährigen Freiheitsstrafe. Dass Hommes nicht wegen Fahnenflucht verurteilt und damit noch erbarmungsloser bestraft wurde, mag seinem Schicksal geschuldet worden sein.
Einen Monat später, am 13. Juli, wurde Hommes in das Zuchthaus Hameln verlegt. Zu dem geschilderten Leid dürfte zu diesem Zeitpunkt bereits eine schwere Erkrankung gekommen sein („Tbc-Meningitis“).
Wilhelm Hommes starb am 11. Oktober 1944 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet (F I/14).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln


