Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
2. Die Opfer unter den Gefangenen des Zuchthauses Hameln
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Hoogeweys, Maurice
Belgier, wurde am 5. November 1895 in Zeveneeken geboren. Der Bauer wohnte in Zele, Konterstr. 10.
Als Widerstandskämpfer und Mitglied der „Belgischen Freiwilligen Legion“ in Ostflandern bei „Nacht und Nebel“ verhaftet und heimlich nach Deutschland verschleppt, kam Maurice Hoogeweys in einer Gruppe von 13 belgischen NN-Gefangenen über das Strafgefängnis Vechta am 15. September 1943 in das Zuchthaus Hameln.
Der Berliner „Volksgerichtshof“ verurteilte Hoogeweys und 20 andere belgische NN-Gefangene aus Hameln zwischen dem 20. und 22. Oktober wegen „Feindbegünstigung“ und teils wegen „Freischärlerei“ zum Tode.
Anschließend nach Hameln zurückverlegt, wurden die 21 Männer am 9. November 1943 zur Hinrichtung in das Zuchthaus Brandenburg gebracht.
Maurice Hoogeweys war einer von fünf Männern, die als erste am 15. November 1943 mit dem Fallbeil getötet wurden.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Brandenburg
Hörter, Johann
wurde am 13. Oktober 1882 in Mayen im Kreis Koblenz geboren. Der Steinmetz wohnte in Herdecke, Waldstr. 5.
Seit 1941 in Haft, wurde Hörter am 25. Februar 1942 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Johann Hörter starb am 21. März 1942 im Zuchthaus und wurde auf dem Friedhof Wehl bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Hötzer, Franz
Österreicher, wurde am 29. September 1913 in Straning im Kreis Niederdonau geboren. Der Schuhmacher wohnte in Hannover, Schmiedestraße.
Schon über vier Jahre in Haft, wurde Hötzer am 26. August 1944 mit einem Transport von 50 Gefangenen aus dem Celler in das Hamelner Zuchthaus verlegt.
Wie die Mehrzahl der Transportteilnehmer kam er unverzüglich in das neu eingerichtete Zuchthaus-Außenlager Holzen zum mörderischen Arbeitseinsatz; diesen überlebten mindestens 36 Mann der Erstbelegung nicht lange. Die erlittenen Strapazen ließen Hötzer erkranken und dürften ihn nachhaltig geschwächt haben.
Franz Hötzer starb am 29. Januar 1945 im Zuchthaus-Außenlager Holzen und wurde zunächst auf dem Gemeindefriedhof in Holzen bestattet, im Oktober 1946 jedoch auf den dortigen "Ehrenfriedhof" umgebettet (4. R. Nr. 2).
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Außenlager Holzen
Huber, Peter
wurde am 29. Juni 1886 in Kerschlag im Kreis Weilheim geboren. Der Landarbeiter wohnte auf der Domäne Calenberg im Kreis Springe.
Seit 1938 mit einer langjährigen Freiheitsstrafe in Haft, wurde Huber am 22. Juni 1939 in das Zuchthaus Hameln verlegt.
Peter Huber starb am 9. Februar 1941 im Stadtkrankenhaus Hameln, in das er vermutlich wegen einer schweren Erkrankung gekommen war.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Hameln
Hubert, Joseph
Belgier, wurde am 11. Juli 1893 in Boncelles bei Lüttich geboren. Der Tischler wohnte in Esnaux, Provinz Lüttich, rue Foxhalle 3. Er war verheiratet und hatte einen erwachsenen Sohn.
Wegen Beherbergung von Widerstandskämpfern und anderen besatzerfeindlichen Aktivitäten wurde Joseph Hubert am 23. Juli 1942 von der deutschen „Sicherheitspolizei“ (SiPo-SD) bei „Nacht und Nebel“ verhaftet und in das deutsche Wehrmachtsgefängnis Lüttich gesperrt, sodann – am 27. Oktober 1942 – in das zentrale deutsche Wehrmachtsgefängnis Brüssel-St. Gilles.
Aus St. Gilles wurde Joseph Hubert heimlich nach Deutschland in das Gefängnis Aachen verschleppt und bald weiter in das Gefängnis Bochum.
Am 22. Mai 1943 kam Joseph Hubert mit einem großen Sammeltransport von 150 NN-Gefangenen in das Zuchthaus Hameln. Für NN-Gefangene bestand auch in Hameln eine strenge Isolationshaft mit Informations- und Kontaktverbot.
Aus dieser Zeit, vom 30. Dezember 1943, datiert eine Sammel-Anklage des Sondergerichts Essen gegen Joseph Hubert und weitere NN-Gefangene. Ein Urteil ist allerdings nicht überliefert.
Am 26. Januar 1944 wurde Joseph Hubert in das Strafgefangenenlager Esterwegen, eines der KZ-artigen Moorlager im Emsland, verschleppt.
Damit teilte er das Schicksal von mehr als 50 Männern des NN-Transportes vom 22. Mai 1943, die zumeist Anfang 1944 von Hameln nach Esterwegen kamen.
Später lieferte die Justiz Joseph Hubert an die Gestapo aus, die ihn in das KZ Sachsenhausen deportierte. Ob er aus Esterwegen direkt in dieses KZ kam oder auf Umwegen, ist nicht bekannt.
Möglicherweise wurde er im April 1944 wie viele NN-Gefangene aus Esterwegen zunächst auf Transport in das Zuchthaus Sonnenburg/Neumark in Ostbrandenburg gesetzt. Dort saßen zwischen 1942 und 1945 über 1500 NN-Gefangene strikt isoliert ein und mussten überharte, für viele zum Tod führende Zwangsarbeit leisten.
Als die deutsche Justiz die NN-Gefangenen im Herbst 1944 an die Gestapo auslieferte und die Rote Armee näher rückte, könnte Roger Bayez mit vielen anderen Sonnenburger Häftlingen in das KZ Sachsenhausen verschleppt worden sein.
Joseph Hubert starb im März 1945 im KZ Sachsenhausen.
Gruppenzugehörigkeit: Zuchthausgefangene / Strafanstalten / Esterwegen


