Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
3. Die Opfer unter den ausländischen zivilen Zwangsarbeitern
sowie den Kriegsgefangenen
3.11 Die Opfer unter den Kindern
Seite 8 von 47 Seiten - 234 Einträge
Derer, Emil
wurde am 12. Mai 1936 in Velke Pole in der Slowakei geboren. Sein Heimatort ist nicht bekannt.
Das knapp neunjährige Kind starb kurz nach der Befreiung am 22. April 1945 in Aerzen, wo seine Familie untergebracht war, und wurde auf dem örtlichen Friedhof bestattet (Grab-Nr. 462).
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont
Ditczak, Bolislaw
wurde um den 11. Dezember 1944 vermutlich in Egestorf geboren, denn seine polnischen Eltern, derzeit Zwangsarbeiter, lebten in Egestorf, Nienstedterstr. 1.
Das Kind starb am 11. Mai 1945, vier Wochen nach seiner Aufnahme, im „Ausweichkrankenhaus“ der Kinderheilanstalt Hannover in Nienstedt an „Rachitis, Ernährungsstörung“ und wurde auf dem Friedhof Egestorf bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Nienstedt
Dobrowa, Valeria
wurde am 26. Juli 1944 in Holzminden geboren. Ihre verheiratete Mutter Nadja aus der Tataren-Stadt Bachtschyssaraj auf der Krim in der Ukraine musste auf der Domäne Heidbrink bei Polle arbeiten. Der Säugling wurde schon kurz nach der Geburt ins Kinderlager Hemeringen verschleppt. Als Valeria an Diphterie erkrankte, kam sie ins Krankenhaus nach Hameln.
Hier starb sie am 22. Dezember 1944 im Alter von fünf Monaten und wurde auf dem 'alten Kriegsgefangenenfriedhof' am Rande des Friedhofs Wehl bestattet (Feld KGF C 4).
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hemeringen
Dombrowska, Lilli
wurde um den 25. April 1945 vermutlich in Laatzen bei Hannover geboren, denn ihre vermutlich polnischen Eltern, ehemalige Zwangsarbeiter, lebten in einem DP-Lager in Laatzen.
Das Kind starb am 27. Juli 1945, nur drei Tage nach seiner Aufnahme, im „Ausweichkrankenhaus“ der Kinderheilanstalt Hannover in Nienstedt an „Brechdurchfall“ und wurde auf einem nicht genannten Friedhof in Hannover bestattet.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Nienstedt
Dortschain (oder Dorshiw), Iwan Chacha
wurde am 12. März 1930 in Elista im sowjetischen Kalmückengebiet geboren und wohnte in Nikolajew. Das Kind musste in der Hamelner Rüstungsfabrik Domag arbeiten.
Der vierzehnjährige Junge starb am 19. September 1944 im „Ostarbeiterlager“ Kuhbrückenstraße an einer „Selbstalkoholvergiftung“ und wurde auf dem „alten Kriegsgefangenenfriedhof“ am Rande des Friedhofs Wehl bestattet (Feld KGF B 36). Sein Name und die Lebensdaten stehen – neben anderen – auf einer der Grabstelen, die der Volksbund in den 1950er Jahren setzen ließ.
Gruppenzugehörigkeit: Zwangsarbeitende / Kinder / Hameln-Pyrmont


