Die Dokumentation der Opfer der NS-Herrschaft
in der Stadt Hameln und im Landkreis Hameln-Pyrmont
 

1.  Die Opfer unter den jüdischen Bürgern

1.1  Jüdische Bürger aus Hameln

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Abraham, Adolf

Belgier, wurde am 8. April 1899 in Antwerpen geboren und wohnte in Lemgo, Slavertrift 362.

Er war Insasse des Gefängnisses Hameln vom 17. März bis 15. Mai 1933.

Nach dem 9. November 1938 wurde er erneut festgenommen und vermutlich bis Sommer 1939 im KZ Buchenwald gefangen gehalten. Am 3. Oktober 1942 wurde Abraham in das KZ Auschwitz verschleppt, wo er nach wenigen Monaten, am 17. Januar 1943, umkam.

Siehe die Darstellung im Verzeichnis der Ghetto- und KZ-Opfer unter den Zuchthausgefangenen (Kap. 2.5).

Alexander, Heinz

wurde am 21. Februar 1914 in Hamburg geboren und wohnte in Magdeburg, Stadthausbrücke 303.

Er war Insasse des Zuchthauses Hameln vom 7. August 1940 bis zum 19. November 1941.

Am 6. Dezember 1941 wurde Alexander in das Ghetto Riga deportiert und ist dort verschollen.

Siehe die Darstellung im Verzeichnis der Ghetto- und KZ-Opfer unter den Zuchthausgefangenen (Kap. 2.5).

Altmann, Julia, verw. Löwenstein, geb. Levy

wurde am 1. Juni 1888 in Altenkirchen im Westerwald als Tochter der Eheleute Anselm und Bertha Levy geboren. Im Jahre 1911 heiratete sie Carl Löwenstein. Die Eheleute lebten in Hameln in der Bahnhofstraße 29. Aus der Ehe ging ein Sohn (Werner) hervor, der aus dem Machtbereich NS-Deutschlands fliehen konnte. Nach dem Tod von Carl Löwenstein im Jahre 1918 heiratete Julia Löwenstein in zweiter Ehe Berthold Altmann und zog mit ihrem Ehemann nach Dresden, Altenzeller Straße 32.

Julia Altmann wurde am 2. März 1943 von Dresden aus in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Als ihr Todesdatum gilt der 3. März 1943.

Apfelbaum, Josef

wurde am 3. April 1889 in Podwoloczyska bei Lemberg in Galizien geboren und wohnte in Lemberg, Darnowskingo 8.

Er war Insasse des Zuchthauses Hameln vom 17. Dezember 1941 bis 13. Mai 1942.

Im KZ Auschwitz wurde Apfelbaum am 5. März 1943 umgebracht.

Siehe die Darstellung im Verzeichnis der Ghetto- und KZ-Opfer unter den Zuchthausgefangenen (Kap. 2.5).

Arensberg, Lotte, geb. Blankenberg

wurde am 26. Juni 1906 in Hameln als Tochter von Moritz und Else Blankenberg geboren. Sie lebte bis zu ihrer Heirat bei ihren Eltern in der Bäckerstraße 47 und lernte den Beruf der Kindergärtnerin.

Ihre Eltern wurden ebenfalls deportiert.

1930 heiratete sie den Kaufmann Philipp Paul Arensberg und wohnte mit ihm in Hannover, Eichstraße 12a.

In Hannover musste sie seit September 1941 im „Judenhaus“ Ohestraße 8 leben.

Im Alter von 35 Jahren wurde sie zusammen mit ihrem Ehemann am 15. Dezember 1941 in das Ghetto Riga deportiert. Der Tag ihres Todes ist nicht bekannt. Das Amtsgericht Hannover hat sie für tot erklärt.

Zur Erinnerung an Lotte Arensberg, geb. Blankenberg, und ihre Familie wurden am 28. März 2014 vor dem Haus Bäckerstraße 47 drei Stolpersteine verlegt.

Siehe die Webseite www.stolpersteine.geschichte-hameln.de