Bückeberg

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Die Reichserntedankfeste auf dem Bückeberg

Die Bedeutung des NS-Kultortes Bückeberg

Der Bückeberg bei Hameln war in den Jahren 1933 bis 1937 ein NS-Versammlungs- und Festort von hohem Rang. Hier versammelten sich 500.000 bis eine Million Menschen, um in einer kultischen Feier auf den „Führer“, die "Volksgemeinschaft" und den "Wehrgedanken" eingeschworen zu werden. Der Gedanke des Festes geht auf Josef Goebbels zurück, der Albert Speer mit seiner Ausgestaltung beauftragt hatte.

Der riesige Festplatz, der durch sehr umfangreiche Baumaßnahmen in den Jahren 1933 bis 1937 gestaltet wurde, ist weitgehend erhalten und ein Zeugnis hohen Ranges für die Methoden, mit denen die Nationalsozialisten die Massen zu beeinflussen suchten. Im oberen Bereich des ebenmäßig planierten Geländes sind die Fundamente der „Ehrentribüne“ erhalten. Im Umfeld des Festplatzes befinden sich weitere wichtige Relikte wie zahlreiche Straßen, mehrere Bahnhöfe, ein Wasserbehälter etc. Die gesamte Landschaft rings um den Festplatz hat damals eine Gestaltung erfahren.

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Die Unfassbarkeit der nationalsozialistischen Massenverbrechen hat im historischen Bewusstsein lange Zeit alle anderen Erscheinungsformen der nationalsozialistischen Diktatur in den Hintergrund gedrängt. Dies hat eine rationale Auseinandersetzung mit dem historischen Geschehen erschwert. Denn wenn der Nationalsozialismus eindimensional mit Auschwitz assoziiert wird, dann können die jetzt lebenden Generationen, insbesondere die jungen Menschen, schwerlich begreifen, warum eine große Mehrheit ihrer Vorfahren Hitler über einen beträchtlichen Zeitraum unterstützt und in Teilen sogar frenetisch gefeiert hat. Für die Attraktivität des Regimes bei den Massen war neben den anfänglichen außenpolitischen, wirtschafts- und sozialpolitischen Erfolgen vor allem sein immenses Verführungspotenzial maßgebend, seine Fähigkeit, sich und seine Politik so zu inszenieren, dass Massen davon ergriffen und fasziniert wurden. Erst beide Seiten zusammen ergeben ein komplettes und überzeugendes Geschichtsbild.

Während „Bergen-Belsen“ das furchtbare Ende und die immer vorhandene Zielsetzung des Regimes zeigt, liefert der Bückeberg die Erklärung, warum „Bergen-Belsen“ möglich war, warum Hitler so viele Menschen derart blind gefolgt sind. Das letztere ist heute gerade jüngeren Generationen gegenüber immer dringlicher klarzumachen. Insofern liegen im Bückeberg sehr große pädagogische Potentiale.

Seit 2011 steht der Bückeberg unter Denkmalschutz. Damit ist endlich die Voraussetzung dafür geschaffen, diesen Ort von NS-Kult und NS-Propaganda der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

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Zum Herunterladen:

DeWeZet vom 14.08.2013 - Vom Umgang mit einem schwierigen Erbe (PDF)

 
Autor: Bernhard Gelderblom