Orte der Erinnerung für die Opfer des Nationalsozialismus
im Kreis Hameln-Pyrmont und angrenzenden Orten

Hemeringen

Texte und Fotos: Bernhard Gelderblom
 

Jüdischer Friedhof

Lage und Größe:   "Am Hugenkamp"; am Rande des alten Ortskernes an der Ausfallstraße Richtung Forellental; 250 qm 
 
Bestand an Steinen:   7 Steine (1850 bis 1906) mit ganz erheblichen Zerstörungsspuren (teilweise nur Bruchstücke); Rest aus einem größeren Bestand 
 
Daten zur Geschichte:   1938 komplett zerstört 
 

 
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Gräber von sechs russischen Kriegsgefangenen im Forellental bei Hemeringen

In Forellental bei Hemeringen liegen am Waldrand rechts oberhalb der Straße nach Grupenhagen sechs sowjetische Kriegsgefangene. Die Männer stammen aus einem Kriegsgefangenenlager in Hemeringen und mussten im Wald und in einem Sägewerk arbeiten.

Die Namen der sechs Kriegsgefangenen, die sich auf den hölzernen Grabkreuzen finden, sind in offensichtlich verstümmelter Form und teilweise unvollständig verzeichnet. Sie lauten

Bachinh Gisnhu (gest. 1943)
Filipp Nowski (gest. 1943)
Alek Alekcanigpol (gest. 1944)
Uban Ebrzuk (gest. 1944)
Micin (gest. 1944)
Michael Kulik (gest. 1944)

Die Ursachen des Todes erfahren wir nicht.

Heute ist die Grabanlage von einer Buchenhecke umgeben und wirkte bei einem jüngsten Besuch gut gepflegt. Zu wünschen ist eine regelmäßige Pflege sowie eine Hinweis- und Informationstafel. 

 
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Verschwundene Kindergräber auf dem Gemeindefriedhof Hemeringen

Eine weitere Grablage in Hemeringen ist heute verschwunden. Auf ihr waren Säuglinge und Kleinkinder aus dem „fremdvölkischen Kinderheim“ bestattet, das von Juli 1944 bis Kriegsende im Ort bestand. Die Kinder wurden ihren polnischen und sowjetischen Müttern bald nach der Geburt weggenommen, weil man allein ihre Arbeitskraft nutzen wollte. Die Sterblichkeit in diesen primitiven, völlig menschenunwürdigen Kinderlagern, von denen es in Deutschland über 300 gegeben hat, war erschreckend hoch.

Bisher lässt sich ein Aufenthalt von 26 Kindern in Hemeringen nachweisen. Von den zwölf Umgekommenen wurden nachweislich acht auf dem Hemeringer Gemeindefriedhof bestattet. Die Grablage ist durch eine Zeichnung des Hemeringer Bürgermeisters lokalisierbar (Quelle: ITS Bad Arolsen). Es wäre ein wertvoller Schritt, den Tod dieser Kinder durch eine Tafel wieder in Erinnerung zu bringen.

 
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