Orte der Erinnerung für die Opfer des Nationalsozialismus
im Kreis Hameln-Pyrmont und angrenzenden Orten

Hessisch Oldendorf

Texte und Fotos: Bernhard Gelderblom
 

Jüdischer Friedhof

Lage und Größe:   "Grandkuhle"; am östlichen Stadtrand unterhalb des christlichen Friedhofes; 482 qm  
 
Bestand an Steinen:   41 Steine (1835 bis 1934; 1944 Bestattung eines polnischen Zwangsarbeiters); Bestand an Steinen weitgehend erhalten; geringe Zerstörungsspuren  
 
Daten zur Geschichte:   Vorgängerfriedhof aus dem 17. Jh. am Nordwall gelegen (spurlos verschwunden, aber mit Gedenkstein von 1988)
1828 Antrag der Stadt auf Aufhebung des alten Friedhofes
1832 Kauf des Geländes durch die jüdische Gemeinde
1938 teilweise Zerstörung
 

 
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Grab eines Zwangsarbeiters auf dem jüdischen Friedhof Hessisch Oldendorf

Es handelt sich um den aus Polen stammenden Zwangsarbeiter Teofil Jedrzejczak, geb. 1894,
gest. 13. 3. 1944.
Es ist nicht selten, dass Zwangsarbeiter aus dem Osten im Dritten Reich auf jüdischen Friedhöfen bestattet wurden.

 
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Erinnerungstafel für den alten jüdischen Friedhof auf dem Wall

Der Text der Erinnerungstafel am dem Gedenkstein lautet:

Aus der Geschichte der Juden in Hessisch Oldendorf 

1322   Erste Erwähnung von jüdischen Einwohnern in Oldendorf       
1601   Erster Nachweis eines landesherrlichen Schutzbriefes
Ab 1660   Jüdische Einwohner und Familien sind durchgehend bis in unser Jahrhundert nachweisbar
1678   Erster jüdischer Friedhof an der Nordostecke des Stadtwalles
19. Jh.   Zunahme der Jüdischen Einwohner von 14/1770 auf 43/1849. Eigene Synagoge in einem Hinterhaus der Langen Straße
1842   Neuer jüdischer Friedhof am Felsenkeller
1843   Ein jüdischer Kaufmann wird in den Stadtrat gewählt
Ab 1936    Die meisten der 28 hier lebenden Juden verlassen unter dem Druck der Nationalsozialistischen Herrschaft Hessisch Oldendorf
9. 11. 1938   In der Reichskristallnacht Übergriffe auf die Bewohner des Hauses Löwenstein
März 1942   Die letzten 3 jüdischen Einwohner werden deportiert
 

Suchet den Frieden – Überwindet das Böse
Stadt – Kirchengemeinden – Heimatbund
Hessisch Oldendorf 9. 11. 1998

 
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