Orte der Erinnerung für die Opfer des Nationalsozialismus
im Kreis Hameln-Pyrmont und angrenzenden Orten

Polle

Texte und Fotos: Bernhard Gelderblom
 

Jüdischer Friedhof

Lage und Größe:   in extremer Lage auf dem Birkenberg hoch über dem Ort knapp unterhalb der ehemaligen Jugendherberge; 350 qm
 
Bestand an Steinen:   keine; früherer Bestand ca. 40-50 Steine; Mitte der 60er Jahre vom LV gesetzter Gedenkstein
 
Daten zur Geschichte:   1868 zum ersten Male bezeugt, als es um die Einfriedung des Grundstückes geht wenige Tage nach dem 9. 11. 1938 vollständig zerstört und abgeräumt bis heute im Besitz der politischen Gemeinde Polle
 

 
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Die Synagoge Polle

Ein Betsaal ist spätestens 1843 in Polle nachweisbar. Es gibt mehrere glaubwürdige Aussagen von Zeitzeugen, wonach der „Tempel“ im Hause Burgstraße 12 (heute Bäckerei Berner) gelegen hat. Im hinteren Bereich des schmalen, aber sehr tiefen Hauses lagen im ersten Obergeschoss zwei große Räume, die auf den Hof schauten. Sie waren von der jüdischen Gemeinde angemietete und dienten als „Tempel“ den Männern und „Saal“ den Frauen als Gottesdienstraum. Nachdem die Synagoge irgendwann nicht mehr in Gebrauch war, wurde dort das Mehl für die Bäckerei gelagert. Die Erinnerung an den „Tempel“ hielt sich noch lange im Sprachgebrauch. Wenn jemand ging, um Mehl zu holen, so sagte er: „Ich geh auf’n Tempel.“

 
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