Orte der Erinnerung für die Opfer des Nationalsozialismus
im Kreis Hameln-Pyrmont und angrenzenden Orten

Salzhemmendorf - Zwangsarbeit

Texte und Fotos: Bernhard Gelderblom
 

Ein Erinnerungsort für sieben im Steinbruch zu Tode gekommene
sowjetische Kriegsgefangene in Salzhemmendorf

Auf dem Gelände des Steinbruchs der Dolomitwerke in Salzhemmendorf gab es während des Zweiten Weltkriegs ein Arbeitskommando der Wehrmacht mit kriegsgefangenen sowjetischen Offizieren und Soldaten. Dort kamen im Zeitraum 1942-1944insgesamt sieben Männer ums Leben.

In keinem anderen der zahlreichen Kriegsgefangenenlager mit sowjetischen Insassen im Kreisgebiet Hameln-Pyrmont war die Anzahl der Verstorbenen auch nur annähernd so hoch. Häufige zumeist vereitelte Fluchtversuche und noch mehr die Zahl der Toten sprechen für äußerst schlechte Lebens- und Arbeitsbedingungen der Gefangenen.

Die Toten wurden auf dem Gelände des Steinbruchs begraben. Von der Lage des Gräberfelds existiert eine 1950 vom Gemeindedirektor von Salzhemmendorf angefertigte Skizze (Arolsen Archives 5.3.5. / 101101287). Um 1960 wurden die Überreste der Toten auf das sowjetische Ehrengräberfeld in Rehren-Auetal überführt und erhielten dort einen Sammelgrabstein.

In Salzhemmendorf war die Erinnerung an das Geschehen im Steinbruch auch 70 Jahre nach Kriegsende lebendig. Der Bildhauer Burkhard Bösterling und der Historiker Bernhard Gelderblom entwickelten daraufhin zusammen die Idee, einen Gedenkstein und eine Informationstafel aufzustellen.

An der sich anschließenden Diskussion über die historischen Fakten sowie die Gestaltung und den Standort eines Gedenkortes haben sich die örtlichen politischen Gremien und die Salzhemmendorfer Einwohner engagiert beteiligt. Bei einer Bürgerversammlung am 14. März 2019 war bei zahlreichen Beteiligten eine große Betroffenheit spürbar. Nicht wenige Anwesende hatten – teils vermittelt über Eltern und Verwandte – noch Erinnerungen an das Lager, die Arbeit im Steinbruch und das Verhalten der Wachmannschaften.

Anfang 2021 konnte dank der großen Spendenbereitschaft der Bevölkerung und des Engagements des Fleckens sowie der Gemeinde Salzhemmendorf der Erinnerungsort realisiert werden.

 

Zum Vergrößern die beiden Tafeln bitte anklicken.

Zum historischen Sachverhalt ist eine Broschüre erschienen:

Bernhard Gelderblom, Die Toten der "Russenburg" in Salzhemmendorf, Holzminden 2020

Broschüre als PDF-Datei

 
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